How it works: HTHS

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    • Die Bezeichnung HTHS bzw. High Shear ist nach meinem Verständnis unglücklich gewählt. Denn mit scheren hat der Test einfach nichts zu tun. Wenn ich etwas schere, dann kappe ich etwas, das Funktionsprinzip der Schere.
      Die Moleküle, ob nun vom Basisöl oder den Polymeren, werden jedoch einfach auf Druck belastet, wie Dirtyhands1.8 richtig schreibt.

      Man müsste den Test eher HTHP, also High Temperature High Pressure nennen. Das wäre dann wie das Lasttragevermögen, ab wann der Ölfilm durchgedrückt wird. Und genau das verbinden wir ja auch mit dem HTHS, wie druckstabil der Ölfilm ist.
      Wichtig ist auch noch den Bezug zu erkennen. Denn es handelt sich um die HTHS-Viskosität. Im Grunde ist der HTHS nur eine Widerstandsmessung in mPa*s, also eine dynamische Viskositätsmessung.

      Sei es drum.
      Ich wollte mal aufzeigen, dass der HTHS nicht das ist, was sich die meisten darunter vorstellen, nämlich eine Scherung.
    • Tja, so ist das mit dem eigenen Verständnis, wenn ich im Kopf versuche a) Schnitte mit der Schere und b) Öle/Flüssigkeiten als Schnittmaterial zusammen zu bringen fallen mir nur Blondinenwitze ein :D
      Auch der Größenunterschied lässt mein Hirn stottern, in der Länge einer Haaresbreite sind Millionen Moleküle.

      Andererseits produziert eine Schere bei einem Blatt Papier ja auch nur Druck aufs Material aber eben in zwei gegenläufigen Richtungen und so oder so ähnlich wird Scherung dann bestimmt auch in der Naturwissenschaft/klassischen Mechanik definiert sein - und im Test zur Anwendung kommen.
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    • Tequila009 wrote:

      Ich wollte mal aufzeigen, dass der HTHS nicht das ist, was sich die meisten darunter vorstellen, nämlich eine Scherung.

      Doch genau das ist er, ich weiß nicht warum du das anders interpretierst. Der HTHS ist eine Viskositätsmessung unter einer definierten Scherung.

      Scherung ist keine Druckmessung, per Definition ist Scherung: "Verformung eines Materials durch zwei parallel zueinander in entgegengesetzter Richtung wirkende Kräfte" Ob das feste Stoffe oder flüssige sind ist egal. de.wikipedia.org/wiki/Scherung_(Mechanik)

      Der HTHS sagt nicht aus wie Druckstabil der Ölfilm ist sondern nur wie dick er ist. Für hydrodynamische Schmierung ist das entscheidend weil die Zapfen und Lagerschalen nie perfekt rund sind. Im Realbetrieb kann es daher zum Kontakt kommen obwohl die Schmierfilmstärke noch vorhanden ist.

      Das Druckaufnahmevermögen eines Schmierstoffs kann per Almen-Wieland-Test gemessen werden. Dabei wird eine Welle in einer halbierten Lagerschale gedreht und der Druck immer weiter gesteigert bis der Antriebszapfen versagt weil die Welle sich mit den Schalen verschweißt. Das Ergebnis ist das Druckaufnahmevermögen in Newton.
      Eine andere Testmethode ist der bekannte Vier-Ball-Kugel-Test. Da kann man auch gut sehen das es keine direkte Korrelation zwischen dem Ergebnis eines HTHS Tests und des Druckaufnahmevermögens gibt, denn beim 4-Ball Test schneiden verschieden viskose Öle mit dem selben Additivpaket gleich gut ab. Bei beiden Tests spielen die EP Eigenschaften des Öls und die EP Eigenschaften der Additive die größte Rolle, die Viskosität nicht.

      Die Scherstabilitätstests sollen nur sicherstellen das ein Öl auch nach seinem Intervall noch in der Lage ist seinen hydrodynamischen Aufgaben nachzukommen. Das Öl baut aber nicht durch die normale Scherung (zB im Pleuellager) ab sondern an stellen wo Mischreibung herrscht und die Polymere/Additive komplett zerschert (zerquetscht wäre hier das bessere Wort) werden, zB Kettentrieb, Ventiltrieb, Kolbringzone.

      Gruß

      Karsten
    • Ok, das mit der Scherung bzw. den Scherkräften habe ich zu einseitig gesehen und war zu fixiert auf eine Zerscherung.
      Dann wäre es gut, wenn man bei HTHS von Scherkräfte durch gegensätzliche Richtungs-Belastung spricht.
      Mit dem Wort Shear kommt eine fehlerhafte Übersetzung ins deutsche zustande, und man geht im allgemeinen fälschlicherweise von Zerscherung aus.
      Man liest ja überall in den Foren, wenn es um den HTHS geht, dass im Sinne von Scherfestigkeit gesprochen wird. Auch ich habe lange Zeit gedacht, dass der HTHS-Test das Öl auf Zerscherung prüft, wie es der Injektoren-Test macht, was aber einfach falsch war.

      Hier muss ich Dir jedoch widersprechen:

      53Fatman wrote:

      Der HTHS sagt nicht aus wie Druckstabil der Ölfilm ist sondern nur wie dick er ist.
      Die Ölfilm-Dicke wird durch das Messgerät vorgegeben. Es wird nur der Viskositäts-Widerstand des Ölfilms durch die Stromaufnahme (Drehmoment) gemessen.
      Das ist wie mit der CCS-Messung, bei dieser ein Rührstab im Öl gedreht wird, und ebenfalls durch den Viskositäts-Widerstand die Stromaufnahme gemessen wird.
      Das ergibt dann je einen Wert in der Einheit mPa*s und stellt die dynamische Viskosität dar.

      Der 4-Kugel-Test ist eine ganz andere Nummer. Mit HTHS und CCS nicht zu vergleichen.
    • Ich meine nicht in dem Test sondern in der Praxis. Die Ölfilmdicke im Lager wird bestimmt durch die Viskosität, da im Lager aber eben eine Scherbelastung herrscht ist es ungenau zu sagen mit höherer KV100 hat man eine höhere Ölfilmdicke, mit höherem HTHS ist das deutlich genauer, sieh dir mal die Tabellen unter "Effect of Oil Viscosity" an: substech.com/dokuwiki/doku.php…rance_and_engine_bearings

      Gruß

      Karsten
    • Ja, in den Lagern, das ist mir natürlich klar. Ich bin vom Messgerät ausgegangen.
      Die HTHS-Viskosität sagt jedoch weiterhin nur die dynamische Viskosität bei 150°C in mPa*s aus, und nicht die Ölfilm-Dicke.
      Genauso wie die kinematische Viskosität @ 100°C in mm²/s auch nur die Viskosität, und keine Ölfilm-Dicke angibt.
      Was dann in den Lagern oder auf anderen hydrodynamisch geschmierten Flächen mit einem Ölfilm geschieht, ist einfach das physikalische Ergebnis einer höheren oder niedrigeren HTHS-Viskosität.

      Ich denke, dass wir da jetzt auf einer Ebene sind. :smile2:
    • meinst du die Gerade mir R^2=073?

      das das Ergebniss einer Regressionsanalyse mit der Regressonsgerade von 73% Erfüllungsgrad der Wertepunkte im 1 Quardrand.
      Wobei hier 73% ein schlechter Wert ist.
      Volvo C30 06.2007 R-Design 2.4i GT, Ökotuned, gehärtete Version