Hydrauliköl für Hochdruckpumpen - Raildruck-Pumpen

  • Hallo zusammen,


    die Continental Hochdruckpumpe im Mini R60 mit BMW N18-Motor hat die Flügel gestreckt.

    Fehlerbild:

    Raildruck zu Gering im Kaltstart, bei Antriebsdrehzahl von 400-500Upm und Kaltstartanreicherung reichte die Fördermenge nicht mehr aus, um den Solldruck zu erreichen.


    Das System:

    Taumelscheibe der Kolbenpumpe ist stirnseitig an der Einlassnockenwelle angeflanscht und treibt im Ölbad 2 Pumpenstößel an, die hydraulisch übersetzt einen Wellblechzylinder im Benzinraum expandieren um den Einspritzdruck (Bis 250 Bar) zu erzeugen. Solenoid zum Regeln des im Rail gemessenen Druckes. Siehe Schema unten.


    Ich habe sie komplett zerlegt, gründlichst gereinigt und den Fehler analysiert: Mechanischer Verschleiss der Pumpen-Kolben im Zylinder führt zu erhöhten Lackageverlusten. Öl war wirklich extrem dünnflüssig und hatte einen sauguten Metalliceffekt.


    Ganze Story im Mini²-Forum: https://www.mini2.info/showthread.php?tid=66645


    Habe nach etwas abtelefonieren verschiedener Anwendungsberatungen einzig ein Hydrauliköl HLP22 auf der Liste gehabt, allerdings stets mit dem Hinweis, dass das äußerst experimentell sei, da sie selber keine Erfahrungen bei solchen Pumpensystemen hätten. Das war aber genau ähnlich dünn wie die Originalbefüllung, also keine Option, um die Leckageverluste in den Griff zu bekommen.

    Habe die Pumpe nach bestem Wissen und Gewissen mit neuem HLP46 Hydrauliköl befüllt. Allerdings habe ich jetzt bei heiss gefahrenem Motor (Pumpe hat etwa die selbe Temperatur wie der Zylinderkopf/Motoröl, also ca 80-100°C) wieder etwas unrunden Lauf, vermutlich weil die Viskosität so stark abfällt, dass ich wieder zu große Leckageverluste bekomme.


    Ich denke jetzt über grundsätzlich dickeres Öl und/oder ein HL"V"P nach.

    Kann mir jemand ein paar Empfehlungen, Tipps, Hiweise geben? Eventuell sollte ich ganz anderes Öl nehmen? Getriebeöl zB?


    Grüße, Fabian

  • das ist jetzt alles sehr experimentell,

    Meine Meinung, die Pumpe wird auch durch Dickeres Öl nicht mehr wie neu.

    aber

    du kannst jetzt jedes Öl versuchen, was Spricht gegen Mehrbereichs Motorenöl?

    wenn die Visco Kalt und heiss Passt, sollte das gehen,


    Trotzdem wird die Pumpe bald sterben denke ich

  • Da bin ich bei Stahlhobelspan, HLP und auch HVLP haben ggü. Motorenöl einen geringen Viskositätsindex und damit eine stärkere Viskositätsänderung bei Temperaturänderung.


    HLP46 hat bei 40°C runde 46cSt kinematische Viskosität und bei 100°C nur noch ca. 7cSt.


    Ein 5W-30 Motoröl hat bei 40°C rund 65...70cSt und bei 100°C typischerweise häufig zwischen 10 und 12cSt.

    Ein 5W-40 bei 40°C ca. 70...80cSt und bei 100°C mindestens 12,5cSt, meist zwischen 13 und 14,5cSt.


    Ein 75W-90 Getriebeöl wäre von der Viskosität vergleichbar mit einem 5W-40. Bringt unter Umständen Vorteile bei der Scherstabilität.

    :service: Opel Insignia 2.0 Turbo OPC line (A20NHT, TF-80SC) Schraub3.1


    oilkn Motor aktuell befüllt mit: Petronas Syntium 3000 AV 5W-40
    oilkn Getriebe aktuell befüllt mit: Opel 19 40 773
    oilkn Tank aktuell befüllt mit: :maol: Benzin Ester Additiv 9950

  • kaputtmachen kannst du an der Pumpe nicht mehr viel.

    ich habe mich bis heute immer gefragt wie das bei den DI Benzinern mit der Pumpe läuft,

    weil beim Commonrail Diesel ja der Kraftstoff die Pumpe Schmiert,

    nun habe ich gelernt, das beim Benziner dafür extra Hydrauliköl eingesetzt wird

  • Ich bringe mal Gabelöl/Stoßdämpferöl aus dem Motorradbereich ins Spiel (sind ja eigentlich auch Hydrauliköle). Da gibts welche, die einen sehr hohen VI haben. Außerdem sind die von Natur aus scherstabil, sollten also von daher passen. Leider sind die nicht über die jeweils angegebenen SAE Klassen vergleichbar, man muß einfach Datenblätter durchackern. Den größten VI dürften die Silkolene Öle haben (die höchstwertigste Serie von denen, heißt Pro RSF). Schau mal bei SAE10 bzw. SAE15 bei denen nach. SAE 15 ist schon relativ dick.

  • Hi zusammen,


    danke für eure Beiträge!

    Dass neues Öl die Pumpe nicht neu macht, ist mir klar :D Aaaaber ich konnte derart baldiges Ableben (ca100tkm) nicht akzeptieren :zwinker:


    Das Hydrauliköl einen derart geringen VI hat und wie sich das in meinem Fall auswirkt, habe ich jetzt gelernt. Bin noch etwas grün hinter den Ohren, wenn es um Öle geht. Aber ihr seit eine super Lernplattform!


    Bisher:

    HLP46 mit einer kinematischen Viskosität von 40°C 46cSt und 100°C 7cSt.


    Zur Auswahl steht jetzt aktuell:

    Getriebeöl: 75W, bevorzugt GL5, da es für noch höhere Flächenpressung der Hypoidverzahnung additiviert ist.

    Das Ravenol TGO 75W-90 GL5 hat bei 40° C 90,3cSt und bei 100°C 15,4cSt.

    Motoröl: Mehrbereichsöl 5W40

    40°C ca. 70...80cSt und bei 100°C mindestens 12,5cSt, meist zwischen 13 und 14,5cSt.

    Gabelöl: auf die schnelle mal das Datenblatt des empfohlenen Fuchs Silkolene RSF gesucht.

    Das 40W hat bei 40° C 47,4cSt und bei 100°C 13,7cSt.


    Jetzt stellt sich mir die Frage, was zu bervorzugen ist.

    Vorteil Getriebeöl, in meinen Augen ist es bei der Anwendung genau richtig und ich habs in der Garage stehen.

    Vorteil Gabelöl, die Viskosität ist herausragend konstant über die Temperatur. Ob das Anwendungsprofil passt, kann ich nicht abschätzen.

    Beim Motoröl weiss ich nicht, ob das bei dieser Anwendung Vorteile gegenüber einem Getriebeöl hat? Ich sehe hier eher Anforderungen, die in meinen Augen klar für ein Getriebeöl sprechen.


    Meinungen? Anregungen?


    Danke für euren großartigen Input!

  • Ich würde nach spezial Ölen schauen, die einen extrem hohen VI haben. Trifft das nicht auf PAG Öle zu, die zum Beispiel in Klimakompressoren zum Einsatz kommen? Oder spezielle Ester Öle?


    Kann jetzt auf die schnelle nicht schauen, aber da war doch was...

    Mazda RX8 ロータリーエンジン - Rōtarīenjin


    Motor: :ams: XL 10W-40
    Getriebe: :rav: VSG 75W-90
    Achsgetriebe: :ams: Severe Gear 75W-90

  • Mir scheint es als wäre was Druckstabiles erforderlich, also wieso nicht wieder OEM Flüssigkeit und etwas Additiv hinzu?!

    Archoil oder NeoProtec?

    Oder gleich ein Öl mit hohem EP Anteil.


    Bei der Motorenmontage werden doch oftmals die Lagerschalen etc mit einem Montagefluid benetzt, um die Schmierung sofort zu gewährleisten. Manche nehmen Motorenöl und manche ein spezielles Produkt. Eins wäre davon das Royal Purple Max Tuff. Dessen Schwefel Anteil ist extrem hoch, ein EP Additiv was bei Druckbelastung "wirkt".