Wartung/Service am Moped

  • Ölwechsel, knapp 4 Liter 10W40 Motul 5100, muss lt. Wartungsvorgabe alle 6.000 Km gewechselt werden.


    Musste mal im Wartungsbuch eine Verschleißgrenze nachlesen und da steht doch tatsächlich, dass der Ölfilter erst alle 18 TKm gewechselt werden braucht. Kenne nicht einen, der den Ölfilter nicht zeitgleich mit dem Öl wechselt.


    Die gefundenen Verschleißgrenzen von 2,62 und 3,42 mm für die zwei gleichzeitig verbauten Varianten der Sinterbelagreibschreiben der Kupplung nutzen dann auch nichts, wenn man den Nonius nicht findet. :whistling:


    Also nur Sichtprüfung:



    Sieht ok aus. Ich hab das im Gefühl. :D



    Nun zum wichtigen. Die empfohlene vorsorgliche Wartung. Die Stehbolzen des Kupplungskorbes in den Sacklöchern mit Loctite Schraubensicherung mittelfest "dauerhaft" fixieren:




    Die nächsten Tage dann das erste Mal das Ventilspiel bei 24 TKm messen und beten, dass alles passt. Zum einstellen müssen die Nockenwellen raus und mit dem unendlich aufwendigen Prozedere mit den Shimpakten angepasst werden. :lesen: :überleg: Daumen drücken.

  • Das mit dem Ventilspiel fand ich vom Schwierigkeitsgrad ok und vom Zeitaufwand überschaubar (jeweils japanischer 4-Zylinder mit 16 Ventilen).


    Messen ist eh kein Ding, dafür muss nur der Ventildeckel und was sonst im Weg ist weg.


    Einstellen: Auf OT, Kettenspanner ab schrauben und Gleitschienen raus. Lagerböcke schrittweise lösen und entfernen. Jetzt kann man die Nockenwellen unter der Kette durch raus ziehen. Kette mit Kabelbinder oder Draht gegen rein fallen sichern.


    Wichtige Tips:
    Besorge einen Lackstift. Damit Lagerböcke und Tassenstößel durch nummerieren. Die müssen wieder an die selbe Stelle zurück.


    Notiere die Messwerte und anschließend die Shim Dicken in eine Tabelle. Excel machts noch einfacher. Für die korrekten Einstellwerte kannst du dann die neuen Werte berechnen lassen, und viele Shims untereinander tauschen. So habe ich nur 4-5 neue gebraucht.


    Zusammenbau ist dann dank der Beschriftungen und hoffentlich guter OT Markierungen ein Kinderspiel.


    Es lohnt sich: Das Startverhalten wurde besser, der Motorlauf gleichmäßiger, ich dachte schon an Vergaser Synchronisieren. Spiel war zu knapp, insbesondere am Einlass. Aber vielleicht ist bei 24.000 auch gar kein Handlungsbedarf.

    Mazda RX8 ロータリーエンジン - Rōtarīenjin


    Motor: :ams: XL 10W-40
    Getriebe: :rav: VSG 75W-90
    Achsgetriebe: :ams: Severe Gear 75W-90

  • ...das erste Mal das Ventilspiel bei 24 TKm messen und beten.

    Aus meiner 10'jährigen Erfahrung als Motorradmechaniker kann ich dir versichern dass die Ventile wie Kraut und Rüben stehen.
    Wie man erst nach 24tkm das erste Mal das Ventilspiel prüft erschliesst sich mir in keiner Weise. (Marke, Modell?)


    Die Vergaser werden ebenso daneben stehen und eine Vergaserreinigung sollte man ebenfalls in betracht ziehen.


    PS: Die Kupplung ist in einem neuwertigen Zustand.

    BMW E39 530i M54B30 07/2001


    Motor: :pen: Racing 15W-50 + :aroi: 9200 V2

    Servoöl: :lm: ATF 1100

  • Ok. Verschoben wo anders hin.



    Wie man erst nach 24tkm das erste Mal das Ventilspiel prüft erschliesst sich mir in keiner Weise.

    Na, weil es so im Wartungsbuch steht und nicht der geringste Anlass zur außerplanmäßigen Kontrolle bestand. Fahrverhalten, Gasannahme und Startverhalten sind perfekt. Selbst nach über 2 Jahren ohne Start nicht die geringsten Leerlaufschwankungen beim Ölaufwärmen vor dem Ölwechsel. Das hatte mich schon etwas gewundert, weil der Sprit irgendwann "schlecht" wird, das Mopped bei zu langem Stillstand rumzicken könnte und ich nichts zum zum Schutz in den Tank gekippt hatte wie etwa den sehr beliebten (Korrektur: ProLine Einspritzsystemreiniger, richtig ist:) Procycle Kraftstoffsystemreiniger von der Tante Louise für 8 Euro, der sich auch sehr gut zum längeren einmotten bzw. überwintern eignet. Wollte eigentlich zwischendurch fahren, kam aber nie dazu. Stand nur angemeldet in der Garage rum.
    Sogar das gefürchtete Konstantfahrruckeln hat sie nicht. Nach dem Start muss man schon näher an den Motor dran, um überhaupt ein sehr leises Ventilklickern zu hören bzw. herauszuhören. Etwas gefährlicher sind ja zu stramme Ventile, weil sie dann verbrennen. Da nutzen dann auch die serienmäßig verbauten Titanventile nichts mehr.


    Auf die Idee bei nur 24 TKm Verschleißgrenzen bei Kupplungsbelagdicken nachmessen zu wollen, kommt man auch nur, wenn man weiß, dass dort zwar keine "echte" Anti-Hopping-Kupplung aber so eine Art Anti-Hopping-Kupplung verbaut ist, die beim Herunterschalten aus hohen Drehzahlen vor dem z.B. Kurveneinlenken durch gezieltes duchrutschen der Kupplung ein Stempeln des Hinterrades verhindern soll. Ich fahre zwar nicht so, dass man das dringend benötigt, aber wenn man eh schon dran ist und es in der Hand hat, dann kann man es auch direkt mit kontrollieren.


    Es ist wie es immer ist. Lt. Wartungsplan wirklich fällig sind Ölwechsel und die große 24 TKm Inspektion erst in 500 KM. Aber durch das viel zu lange rumstehen muss halt jetzt alles gemacht werden. TÜV auch abgelaufen; also alles in neu:


    - Öl- und Ölfilterwechsel (erledigt)
    - Bremsbeläge vorne (erledigt, war aber unnötig, da noch 50 % Belagdicke bei den alten drauf war, sah unausgebaut etwas mehr verschlissen aus)
    - Bremsleitungwechsel ist fällig, direkt alles (Bremse vorne, hinten und Kupplungsleitung) neu mit Stahlflex, dann ist Ruhe
    - Reifensatz Bridgestone S21 vorne und hinten
    - Kühlerflüssigkeit wechseln
    - Ventilspiel kontrollieren und 16 Messwerte in einer XLS notieren ist ja nicht der Aufwand, aber bei Bedarf einstellen wäre schon aufwendiger; kann es kaum noch glauben, dass ich früher mal gerne "geschraubt" habe
    - und was da sonst noch bei der ersten großen 24 TKM auf dem Zettel steht und vorerst noch unauffällig ist, also keinen Teiletausch erfordert.

  • Vielleicht für den ein oder anderen in Sachen Ölfilter interessant.


    Bei vielen Schraubern dürfte der Hiflo HF204 / HF303 die den Ölwechsel selber machen, meist der Standard OEM Ersatzfilter sein.


    Auf der Herstellerseite hab ich mal nach Vergleichsfilter zum OEM Produkt von Kawasaki gesucht.


    Von Hiflo gibt es anscheinend für wenige Öl Filter, auch eine veränderte Variante mit dem Kürzel RC hinter der Typenbezeichnung was für Racing steht laut Hersteller.



    Der normale HF204 hat 64mm Gesamtlänge.
    Unterschied vom HF204 zum HF303 ist die Gesamtlänge von 73mm.
    74mm sind es dann beim HF204RC, und 83mm beim HF303RC.



    Sowohl der HF204 als auch HF303 wären als OEM Ersatz für den Kawafilter gedacht.


    Ob's was taugt, kann jeder selbst entscheiden aber mehr Ölmenge und Filterfläche kann nie schaden.


    Der Filter kostet mehr als der OEM im Kawa Fall.

  • Ich meine ich hätte schonmal was dazu gelesen, finde es aber nicht wieder.


    Könnte man das AR9100 im Motorrad Gabelöl verwenden?


    Grund ist die Gabel die 800er Tiger neigt zwischen 60-70kmh angeblich zu Haftreibung, was zu Vibrationen führt, die sich wie eine Unwucht anfühlen.

    :rav: Racing 4t 10W40 + :aroi: 9100 fürs :bik:

  • Da es nicht nur für Motoren geeignet ist, sondern für alle Arten von Ölen: Ja.


    Da wir hier keine hohe Temperatur haben, würde ich aber folgendes empfehlen: Feststoff Additiv mit PTFE. Das gleitet bestens.

    Mazda RX8 ロータリーエンジン - Rōtarīenjin


    Motor: :ams: XL 10W-40
    Getriebe: :rav: VSG 75W-90
    Achsgetriebe: :ams: Severe Gear 75W-90

  • Gutes Argument. Man müsste das Additiv einarbeiten, also in zerlegtem Zustand, oder hoch konzentriert.


    OFM organic friction modifier wären auch ein Möglichkeit. NeoProtec ist doch sowas, allerdings eher auf Heißanwendungen spezialisiert?

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  • Ich hab mit dem HKS Gabel-Gleit-Verbesserer gute Erfahrungen an meiner KTM 690 SMC-R gemacht. Kann man auf die Dichtlippe/Simmeringe auftragen (so hab ich es gemacht) oder aber auch dem Öl beimischen.

    BMW 135i N54: :red: 5W40 + :nepr:
    Golf 4 1.9TDI: :rav: 5W40 NDT + :nepr:

  • Habe ich auch schon verwendet, ich behaupte ja, wenn man die äussere Anwendung wählt, hat man mit jedem Schmiermittel einen kurzzeitigen Effekt der Reibungsminimierung..Innen habe ich einen Unterschied nur mit viel Phantasie bemerkt...Am meisten bringt m. E. immer noch, eine Gabel ordentlich zu entspannen..ich muss aber zugeben, das sich meine Erfahrungen da auf die prähistorischen BMW Gabeln von Sachs, Marzocchi etc. beschränkt.


    Grüße, Hendrik

  • Eine Gabel ordentlich zu entspannen gehört auch heutzutage zu den ersten Schritten wenn es ans einstellen geht.


    Bei meiner 690er smc r war die Gabel werksseitig auch verspannt. (laut anderen Usern sehr häufig der Fall)

    War nach dem Entspannen schon besser, die WPs der 2013er smc r sollen aber auch nicht so pralle sein (eingebaute Komponenten + Losbrechmoment).


    Ich habe bisher mit Silikonspray in der Manchette das Losbrechmoment reduziert. Eine Silikonfettfüllung soll wohl auch Abhilfe schaffen.

    Das HKS GGV hört sich interessant an, leider gibt es dazu kein TDS/SDS . Ich habe bereits über das AR9100 Spray nachgedacht :überleg:


    HKS hat sogar Additiv für Motoröl mit Nasskupplung im Programm.

  • Probleme wie verspannt kann natürlich ein Additiv nicht lösen.


    OFM haben eine gute Wirkung, das Öl "flutschiger" und den Reibwert konstanter zu machen.


    Würde mich wundern, wenn es nicht bereits fertiges Gabelöl mit den entsprechenden Eigenschaften gäbe?


    Hier ist die Auswahl ja auch nicht gerade klein.

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  • an Pfingsten habe ich spontan das Kardanöl an der VN 1600er erneuert.


    Bisheriges Öl im Kardan Motul Gear 300 75W90.

    Die Laufleistung mit dem Öl war eigentlich kein Grund zum Tausch, von nur 3tsd Km und 1Jahr, aber ich wollte eh die Dichtung und Ablassschraube erneuern also von daher.


    Füllmenge laut WH Buch 200ml GL5.

    Laut Messbecher kamen ca 230-240ml raus, trotz korrektem Ölstand umso besser, bißchen mehr schadet nicht.

    Farbe vom Motul vor dem Ablassen.



    Das Amsoil Severe Gear 75W90 GL5 ist klar wie Wasser, und dank der Verpackung mit dem Schnorchel, einwandfrei zu befüllen ohne Tropfen oder das was daneben geht.

    Ersetzt habe ich noch den O-Ring, sowie die Schraube + Alu Dichtung.


    Das Amsoil werde ich definitiv länger im Kardan belassen, 2-3 Jahre/10tsd km ist denke ich immer noch wenig, im Gegenzug zum Hersteller der erst bei 36 tsd Km einen Wechsel vor gibt.

  • Kurzer Eindruck nach 300Km mit dem eingefüllten Amsoil Severe Gear 75W90 im Endantrieb.


    Das Drehverhalten vom Hinterrad (mit der Hand gedreht), wenn das Motorrad auf dem Wagenheber steht,

    ist bedeutend leichter und länger als es mit dem Motul Gear 300 der Fall war.

    Ähnlich wenn ein Bremskolben nicht leichtgängig geht, und die Bremsbeläge zu stramm an der Scheibe anliegen.


    Mit dem Motul drehte sich das Hinterrad deutlich kürzer und schwerer, als jetzt mit dem Severe Gear.

    Hab ich nicht so deutlich erwartet, da von den Werten her das Amsoil sowohl bei 40 als auch 100°C Viskoser ist.


    90.1 zu 102.4 / 14.8 zu 15.9.


    Die gefühlte Wärme am Kardan mit der Hand gemessen jetzt bei den Außentemps, ist nach der Fahrt gleich aber das ist nur Schätzeisen und eigentlich egal.


    Spannender ist dann schon der nächste Tausch des Achsöl, nach ca 10tsd bzw 2-3 Jahren dann wie es ausschaut.


    Unfallfreie Fahrt Euch allen!

  • Das ist erstaunlich, bin aber auch extrem überzeugt vom Severe Gear.


    Gemessen mit Infrarot-Thermometer ein paar Grad weniger unter gleichen Bedingungen, und das Achsgetriebe ist nicht mehr hörbar. Vorher hat es zu den Geräuschen vom Schaltgetriebe eine Klangnote hinzugefügt. Im RX8, vorher war Castrol Syntrax Longlife / heißt jetzt Transmax Axle, drin.

    Mazda RX8 ロータリーエンジン - Rōtarīenjin


    Motor: :ams: XL 10W-40
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    Achsgetriebe: :ams: Severe Gear 75W-90

  • Habe die Tage Bremsflüssigkeit & Kupplungshydrauliköl gewechselt und möchte meine Erfahrung teilen.


    Früher hatte ich es von den Geberzylindern zu den Nehmerzylindern gepumpt.

    War für mich aber nie so Zufriedenstellend, da ich immer das Gefühl hatte in den "Luftbögen" könnte noch Luft sein. (Supermoto 250mm Federweg)

    Das Gefühl hatte ich schon bei der Erstauslieferung vom Werk.

    Hatte deshalb immer Bremssattel abgebaut und nach oben gehoben, dass es keine Luftfalle gibt.


    Diesmal mit einer 100ml Spritze von den Nehmerzylindern zu den Geberzylindern.

    Ich muss sagen: absolut saubere und schnelle Sache und bestes Ergebnis, das ich bisher hatte


    mein Ablauf (nachmachen natürlich auf eigene Gefahr...):

    • Reservoir schön mit einem Lappen/Tuch putzen, einkleiden und öffnen-> Schutz gegen auslaufen der Flüssigkeiten
    • Reservoir mit einer 2. Spritze leersaugen und mit einem Lappen/Tuch abdecken (geplant war eigentlich die Ölbox mit Pneumatik zur Absaugung zu benutzen, da ich die aber nicht extra wegen 300ml sauber machen wollte (und kein ÖW anstand -.-) und ich eine 2. Person ums Eck hatte, wurde die 2. Spritze genommen)
    • 1. Spritze (sauber!) mit passendem Schlauch auf die Entlüfternippel mit entsprechendem Fluid füllen und kontrollieren, ob sich Luftbläschen darin befinden, wenn ja: erstmal stehen lassen.
    • Entlüftungsnippel an den Nehmerzylindern sauber machen und mit Lappen/Tuch einkleiden -> hier könnte Fluid austreten
    • 1. Spritze + Schlauch vollständig entlüften und auf den Entlüftungsnippel aufstecken
    • Entlüftungsnippel 1/2-1 Umdrehung öffnen und mit der Spritze das Fluid durchdrücken
      • Aufpassen, dass es nicht aus dem Reservoir rausspritz, ich habe diese mit einem Lappen/Tuch abgedeckt
      • Aufpassen, dass das Reservoir nicht überläuft, zwischendurch absaugen (lassen)
    • Entlüftungsnippel schließen, Anlage prüfen, Füllstand korrigieren, alles Putzen und wieder zusammenbauen
    • :daumen:

    Ich hatte bewusst eine Luftblase durchgepumpt, um zu prüfen, ob diese so entlüftet werden kann und wie viel Volumen in den Leitung vorhanden ist.

    -> Volumen Leitung: 15-30ml

    -> Bestes Ergebnis, das ich bisher hatte