Addinol schreibt Erfolgsgeschichte - Der Verlauf einer bedeutsamen Öl-Schmiede

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    • Addinol schreibt Erfolgsgeschichte - Der Verlauf einer bedeutsamen Öl-Schmiede

      29.07.2018

      Diana Dünschel schrieb:

      Schmierstoffe aus Leuna
      Addinol wäre beinahe eingegangen - und ist heute erfolgreich




      Georg Wildegger hat als Geschäftsführer der Addinol Lube Oil GmbH die Addinol-Erfolgsgeschichte in Leuna fortgeführt.
      Foto: Peter Wölk



      Leuna/Krumpa - „In Mücheln wohnen, am Geiseltalsee leben, in Leuna arbeiten. Was besseres kann mir nicht passieren. Ich bin stolz auf das, was aus der Region geworden ist“, sagt Dietrich Strauß. Dabei steht er gerade im Gewerbegebiet Krumpa. An das Mineralölwerk Lützkendorf oder besser gesagt Addinol, an dieser Stelle 1936 gegründet und bis 1999 betrieben, erinnert heute nur das Gerüst der Fackel der Raffinerie. Die kilometerlangen Rohrtrassen und -brücken, Anlagen und Tanklager sind abgerissen. Es war sein Betrieb.


      Aus für Addinol im Gewerbegebiet Krumpa: Tausende Jobs gingen verloren

      Hier hat er 1975 mit der Lehre zum BMSR-Techniker begonnen, hat hier gerne gearbeitet, seine Frau kennengelernt, schwärmt vom „Zusammenhalt in einem super Team“, erinnert sich an „schöne Feiern im Kulturhaus“. Fakt ist aber auch: Er war zum Schluss als studierter Automatisierungstechniker einer der 40 verbliebenen Mitarbeiter von 4.000. Doch Dietrich Strauß hatte Glück.


      Dietrich Strauß hat 1975 bei Addinol in Krumpa angefangen.
      Foto: Peter Wölk



      Er zog mit Addinol mit an den neuen Standort im Chemiepark Leuna um und arbeitet heute, mit 59 Jahren, für die Firma im deutschlandweiten Vertrieb der Schmierstoffe. „Ja ich hatte Glück“, erinnert er sich. „Es war erschreckend, dass die Leute gegangen worden. Es sollte hier nicht gehen, und es ging dann nicht mehr.“


      Addinol hatte zu DDR-Zeiten enorme Bedeutung für die Region

      Dabei hatte Addinol für die Region wie für die Wirtschaft eine enorme Bedeutung. Ohne Wohnraumbedarf für die Beschäftigten gebe es zum Beispiel die Siedlung am Eptinger Rain in Mücheln nicht. Die gesamte Schmierstoffindustrie der DDR war hier konzentriert.

      Letztlich legte die Forschungs- und Entwicklungsabteilung des Mineralölwerks mit ihren Produkten den Grundstein dafür, dass die Addinol Lube Oil GmbH heute nach eigener Einschätzung etwa Rang 15 unter den deutschen Schmierstoffherstellern einnimmt.


      „Ineffizienzen ohne Ende“: Addinol stand nach der Wende mehrfach vor dem Aus

      Geschäftsführer Georg Wildegger, ein gebürtiger Schwabe, kam 1991 als externer Berater nach Krumpa. Er erlebte mit, wie schon 1992 das Werk zur Schließung freigegeben war und welche großen Hoffnungen es 1994 gab, als ein neuer Investor gefunden war. Neben des nie umgesetzten Sanierungskonzepts spricht er von Leckagen und „Ineffizienzen ohne Ende“.

      Weil die DDR-Wirtschaft und damit der Bedarf zusammenbrach, sei der Absatz von 360.000 Tonnen auf 25.000 Tonnen geschrumpft. 1997 mit immerhin noch 400 Arbeitsplätzen sei wieder ein neuer Investor gesucht worden. 300 Millionen D-Mark hätte man für den Neubeginn gebraucht, sagt er. Niemand habe sich gefunden.


      Wie Addinol unter neuer Führung doch noch die Kurve kriegte

      Da sei es auch unter seiner Führung zur Ausgründung und zum 2000 eröffneten Neubau in Leuna gekommen. Denn es habe bei Addinol exzellente Fachleute gegeben, und er sei von der Forschungsabteilung überzeugt gewesen. Seine Idee damals: Nicht mehr auf Grund-Öle setzen, sondern auf Fertigprodukte. Erst so setzte sich die Erfolgsgeschichte von Addinol fort.

      Aus 40 Mitarbeitern wurden bis heute 110 plus weitere 100 im weltweiten Vertrieb. 2018 wurde ein Umsatz von über 70 Millionen Euro erzielt. Die zunächst in die westlichen Bundesländer und Holland ausgelagerte Produktion findet seit 2006 in Leuna statt und ist seitdem mehrfach erweitert worden. Mehr als 25.000 Tonnen unterschiedlichster Schmierstoffe werden inzwischen jährlich produziert. Insgesamt stellt Addinol rund 450 verschiedene Produkte her. Neu- und weiterentwickelt werden jährlich 40 Hochleistungsschmierstoffe.


      Öle von Addinol sind weltweit gefragt

      2018 ist allein eine Investition von neun bis zehn Millionen Euro zum Beispiel in Tankanlagen geplant, die gebraucht werden, weil man ja selbst Öle mischt und abfüllt. Insgesamt wurden seit 2000 über 35 Millionen Euro investiert. Mehr als 60 Prozent der Waren werden in mehr als 90 Länder exportiert. „Nur in Afrika gibt es für uns noch weiße Flecken“, so der Geschäftsführer. Wobei Georg Wildegger nicht verhehlt, dass ihm genau dieser Fokus auf den Export auch Sorgen bereitet was etwa gerade die Diskussion um Zölle betrifft. Warum es ihm aber um Addinol nicht bange ist? „Unsere Produkte sind teurer, aber besser.“
      Quelle: mz-web.de/saalekreis/schmierst…ute-erfolgreich-30999382#
    • Da gebe ich auf jeden Fall meinen Glückwunsch.
      Einerseits ist dieser Verlauf tragisch und negativ behaftet, doch andererseits kann man der Kraft zum Erhalt und dem Aufbau dieser Öl-Schmiede nur hohen Respekt zollen.

      Harte Zeiten, und ein noch härterer Kern haben es geschafft, Addinol zu einen sehr beliebten Schmierstoff-Hersteller der Neuzeit zu etablieren.

      Mit z.B. dem Addinol Super Light 0540 5W-40 wurde ein für den Endverbraucher sehr günstiges und zugleich sehr gutes Öl auf den Markt gebracht. Und das Addinol Eco Light 5W-40 könnte mit steigender Nachfrage zu einem Produkt für echte Schmierstoff-Cracks werden.
      Es steckt auf jeden Fall viel Potential in den Ölen, und wir sollten am Ball bleiben.

      Falls jmd. von Addinol mit liest...vielleicht könntet ihr die "Technischen Datenblätter" für Jedermann frei geben.
      So könnten auch wir im oil-club eure Öle mit aktuellen Daten begleiten, und somit für Interessenten eine erweitete Möglichkeit der Information bieten.

      :adi: oil-club1