Verkokung am Kolben durch Longlife-Intervall

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    • Verkokung am Kolben durch Longlife-Intervall

      Eine kleine Info für unsere Fahrer eines MINIs der 2. Generation, sprich des N14- respektive des N18-Motors.

      Ich suchte diese Woche meinen Tuner auf, um etwas an einem meiner MINIs machen zu lassen. In der Werkstatt stand
      leider wieder einmal ein MINI R56 Cooper S mit Motorschaden. Ursache dieses Motorschadens: Ausnutzung des vollen Intervalls des Longlife-Öls.
      Der besagte Motor hat noch nicht mal die 100.000 Kilometer erreicht. Ich hab einen beschädigten und total
      verkokten Kolben mitgenommen, um ein paar Fotos hier im oil-club1 einzustellen.
      In den letzten Jahren hab ich inzwischen eine Vielzahl von beschädigten Motoren dieser Baureihe in Augenschein
      genommen. Neben dem bekannten Überspringen der Steuerkette, teilweise LSPI-Problematik, ist ein nicht unerheblicher Anteil
      der Motorschäden auf die Anwendung des Motoröls im Longlife-Intervall zurückzuführen.
      Bilder
      • KolbenN14-1.jpg

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      • KolbenN14-2.jpg

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      • KolbenN14-3.jpg

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      • KolbenN14-4.jpg

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    • Das lustige ist, heute werden Motoren mit 30tkm Intervallen inkl Longlife Ölen beworben und sterben daran.

      Früher (so um 2000 rum bzw. knapp danach) wurden Motoren im ebenfalls mit privat festgelegten "längeren Intervallen" gefahren, sprich auch 30tkm/2 Jahre und mehr und die scheiß Dinger haben gehalten obwohl es Longlife Öle damals noch gar nicht gab bzw. nicht als solche beworben wurden. :D

      Rede da von VAG TDI Motoren, die 1.6er Zetec Motoren von Ford und sicher vielen anderen.

      Kenne einen Fall von nem 10 Jahre alten Fiesta (1.6er Sauger) mit 270tkm wo die Besitzerin nicht wüsste dass es mal einen Ölwechsel gegeben hätte, immer nur TÜV/Reifen/Bremsen, einen Service hat sie nach der Garantie nie in Auftrag gegeben. Nur Öl nachgefüllt.
    • Bei genug Ölverbrauch, sagen wir mal 500ml auf 1000km und 5Liter Ölvolumen ist das Öl nach 10tkm bereits komplett getauscht :lach3: So kann es vieleicht funktionieren über einen langen Zeitraum, allerdings ist der Ölfilter auch irgendwann gesättigt :rolleyes:

      Schade um die Motoren, die auf diese Weise sterben. Ganz klar an der falschen Stelle gespart :!:
    • Danke für die Bilder :check:

      Halt nur dumm das der normal sterbliche Kunde das auch so haben will ;( und lieber ne andere Marke kauft mit der er noch weniger in die Werkstatt muss...

      Seltsamerweise habe ich viele Arbeitskollegen befragt mit ihren TDI = alle fahren den vollen Intervall. Alle haben weit über 200K. Sind alles TDI, vom 2.0TDI PD bis zum 3.0TDI V6 und 2.7TDI V6...Und alle schütteln den Kopf wenn ich sage das ich aller 15K Wechsel...

      Wie dem auch sei, mein 15K Intervall bleibt (auch wenn ich manchmal ins schwanken komm wenn ich das obige höre), die 140€ auf das Jahr gesehen sind egal, ausserdem funktioniert das 15K Intervall seid knapp 20 Jahren. Warum was ändern :D

      Falls du die Möglichkeit hast kannst du noch einen Bild von oben auf den ZK machen? Ölwanne? Nur falls es in der Nähe ist...
      Hier könnte Ihre Werbung stehen :grins3:
    • Ganz so kritisch sehe ich das nicht. Wahrscheinlich laufen 98% bzw. Millionen von Fahrzeugen mit Ölen nach Herstellerfreigabe und nach Herstellerintervall. Motorschäden, die ausschließlich auf die Nutzung von LL ölen im vorgeschriebenen Intervall endstanden sind, sind äußerst selten.

      Ich sehe weniger das lange Intervall oder das Öl als vielmehr das Fahrsprofil als entscheidend. Aus eigener Erfahrung spricht bei Langstreckenbetrieb nichts gegen die Ausnutzung des intervall, bei Kurzstrecken rechnet der BC das intervall eh runter so dass ggf bei 15 oder 20k gewechselt werden muss. Also Kurzstrecken Betrieb und 30k Intervalle kommen daher eh meist nicht vor. Ich würde das alles nicht so verteufeln... Ivh glaube die hersteller wissen (meist) was sie machen und verantworten können.

      Ich selbst wechsele trotz Langstrecke auch öfter, weil ich dem Motor was gutes turn möchte.
    • FaHa schrieb:

      Ganz so kritisch sehe ich das nicht. Wahrscheinlich laufen 98% bzw. Millionen von Fahrzeugen mit Ölen nach Herstellerfreigabe und nach Herstellerintervall. Motorschäden, die ausschließlich auf die Nutzung von LL ölen im vorgeschriebenen Intervall endstanden sind, sind äußerst selten.
      Ich hab oben geschrieben, dass sich mein Post auf den Motor N14/N18 des MINI der 2. Generation, sprich R56 bezieht. Es handelt sich bei diesem Motor um eine Gemeinschaftsentwicklung von PSA/BMW. Dieser Prince-Motor wurde glaublich sechs Mal sogar "Engine of the Year". Unsere jahrelange Erfahrung hat gezeigt, dass diese Motoren im Longlife-Betrieb mit Ausnutzung der Intervallen sehr oft vor Erreichen von 120.000 Kilometern einen Schaden unterliegen. Auch Verkokung der Ventile ist ein dauerndes Problem, BEDI-Reinigung gehört zum Standardprogramm. Von
      98 Prozent sind wir da ganz weit entfernt! Ich sehe die Anwendung von Longlife laut Werksvorgabe bei diesem Motor sehr kritisch und ist nach meiner Erfahrung definitiv nicht zu empfehlen.
    • Ja kenne den Motor. Richtig, deswegen habe ich ja auch geschrieben wahrsvheinlich 98%.es gibt Motoren denen mavht das intervall offensichtlich gar nichts aus und einigen wieder mehr. Nichts anderes habe ich geschrieben.

      Mir ging es nur um die Verallgemeinerung, dass dies bei jedem Motor so sein sollte. Das halte ich für falsch und nicht bewiesen.
    • FaHa schrieb:

      Das stimmt. Aber auch hierfür gibt es für und wieder. Ich glaube den Vertragswerkstätten wäre es lieber die Autos würden alle 15k kommen als alle 30k. Auf dem Öl service liegen hohe Margen.
      Ich bin in den ersten beiden Jahren mit meinen MINIs jeweils vor Erreichen von 10.000 Kilometern bei der Niederlassung und lasse das
      Motoröl wechseln. Jedoch ist vereinbart, dass ich mein Motoröl nach Vorgabe BMW LL 01 selbst mitbringe und zahle nur die AW für den
      Wechsel und 1,50 Euro pro Liter für die Entsorgung des Altöls. Im elektronischen hinterlegten Wartungsnachweis erscheint dann ein
      verkürztes Intervall von 17000 Kilometern statt der 30000 Kilometer oder 2 Jahre. Anschließend wechsele ich das Motoröl selber, da ein
      Tuning draufkommt und die Garantie sowieso flöten ist. Der Serviceleiter befindet dies für in Ordnung und begrüßt es, da er von Longlife auch nicht
      überzeugt ist.