Wechselintervall vs. Viskositätsabbau

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    • Wechselintervall vs. Viskositätsabbau

      DDave109 schrieb:

      Ich habe jetzt die letzte Stunde damit verbracht "Used Motorcycle Oil Analysis" im bobistheoilguy-Forum (dort sind >500 Motorrad Öl Analysen) zu lesen.
      ...
      Hammer. Gut zu wissen. Da sieht man mal, dass ohne konkrete Analysen im Grunde alles nur Geschwätz ist.
      Habe leider heute Vormittag ein Ölwechsel "für den Winter" gemacht mit 10W30. Hätte ich nicht gemacht, hätte ich dein Fazit vorher gelesen.
      Mich verwundern diese Viskositätseinbrüche doch schon. Ich erinnere mich mal einen Test gelesen zu haben in einer Zeitschrift, da haben sie gebrauchte Motoröle am Ende des Intervalls untersucht und die Werte mit Frischölen verglichen. Tenor war damals: Die Öle hätten man locker doppelt so lange verwenden können, so wenig sollen sie sich verschlechtert haben. Dass das bei Moppeds nun geradezu das Gegenteil ist, ist sehr wichtig zu wissen.
    • Tequila009 schrieb:

      Zudem darfst Du die Analysen nicht rein auf die Viskositäten reduzieren. Es gehören ebenso die Verschleißwerte unter den jeweiligen Nutzungsanforderungen dazu.
      Ja, das ist schon richtig, dass die Viskosität nicht alles ist. Aber sie ist neben der Jaso Freigabe das Wichtigste. Jetzt weiß ich zumindest, dass ich beim heute eingefüllten 10W30 nach rund 5.000km im Grunde mit einem 20er Öl herumfahre. Und das ist, da sind wir uns glaube ich einig, viel zu wenig für ein Motorradmotor.

      Ich habe in dem bobistheoilguy.com Forum im Übrigen auch mal herumgestöbert. Diesen Viskositätsverlust kann man nicht verallgemeinern. Ich habe dort Analysen gesehen, günstige, teilweise billige mineralische oder teilsynthetische Öle waren das sogar, bei denen nach 6.000 Meilen die Viskosität sich kaum verändert hat. Leider waren das Öle, die man hier so nicht bekommt. Im Gegensatz dazu haben die vollsynthetischen Ester Öle von Motul aus der 7100 Produktlinie durchweg keine gute Figur gemacht.

      Ich werfe auch mal das her ein, insofern es noch nicht bekannt war:

      wpc.1c96.edgecastcdn.net/001C9…-2009-archived/index.html (A Study of motorcycle oils)
    • Gibt es eine Möglichkeit, diese Informationen auch Laien zugänglich zu machen (wie ich z.B.)? Ich hab das neulich hier aufgeschnappt, wie schnell namhafte Motorrad-Öle nachlassen (können). Die Gefahr dabei ist auch, dass der Moppedfahrer denkt, das Öl leistet noch seine Arbeit. Dabei gehts längst schon bergab... und der Fahrer quirlt die Gänge hoch. Bei der Literleistung kann das Konsequenzen auf die Lebenserwartung haben, denke ich.
    • @Juschi: Richtig, das kann man nicht verallgemeinern, hängt natürlich auch ungemein von Fahrprofil und Motorkonstruktion ab, ein 6-Zylinder Goldwing Motor wird das Öl, im gegensatz zu einer KTM 690 Duke, nur sanft massieren :D

      Da ich meine Bella aber doch immer recht ordentlich bei den Hörnern packe, habe ich mich da eher an den "Negativbeispielen" orientiert.

      Und das mit den verlängerten Ölwechselintervallen hat auch viel mit Marketing, Kundendruck, usw zu tun, nicht unbedingt mit verbesserter Technik.

      MV Agusta hat beim 800ccm 3-Zylinder von 2015 auf 2016 auch einfach mal die Wartungsintervalle von 6.000 auf 15.000 angehoben, um mit Ducati gleich zu ziehen. Technisch hat sich aber außer zwei Federn pro Ventil und einem etwas flacheren, dafür breiteren Nockenwelleprofil nichts verändert.
    • Tja, das hat der Moppedfahrer nun davon, dass die Moppedindustrie auf jegliche Öl-Spezifikationen (abgesehen von der uralten JASO) verzichtet haben und verzichten. Für jeden ranzigen Golf gibt's eine eigene Norm, aber für eine R6, deren Drehzahlbegrenzer erst bei 17.500 U/min beginnt kippt man die selbe Plörre mit einer Norm aus dem letzten Jahrtausend rein wie in eine GS.

      Ich bewege meine 600er als Ganzjahresfahrer mit einer jährlichen Fahrleistung von rund 15.000km mit dem Messer zwischen den Zähnen, will heißen, selten unter 10.000 U/min. Dafür halte ich jedes Serviceintervall penibel ein, habe mir extra ein Öltherometer installiert und fahre konsequent warm und gebe erst ab 70 Grad Öltemperatur Pfeffer. Und nun lese ich diese Ölanalysen und komme mir total veräppelt vor. Und zwar a) von den Motorradherstellern, die solche Intervalle freigeben b) von den Schmierölherstellern, die puren Marketingmüll behaupten, der den Analysen diametral widerspricht und c) von der völlig unnützen und korrupten Fachpresse, die über jede belanglose scheiße romane schreibt außer über das was jeden Moppedfahrer vital betrifft.
    • @mastergamer: das ist für mich eine logische Schlussfolgerung wenn man sich Gedanken darüber macht, wie Kräfte in einem Motor wirken.

      Ganz simpel Erklärt:

      Nimmt man zum Beispiel einen 1 - Zylinder hat dieser im Zeitraum X eine einzelne große Lastspitze (Verbrennungstakt) um Leistung Y zu erzeugen.

      Ein 4-Zylinder mit 90° Zündabstand hat im selben Zeitraum X dafür nur vier 1/4 so große Lastspitzen um die selbe Leistung Y zu erzeugen.

      Diese Lastspitzen wirken dann natürlich dann auf Lager, (übersetzungsabhängig auf) Getriebezahnflanken, usw, und auf das dazwischen befindliche Öl.

      Und da die Molekülketten im Öl kleinere Kräfte/Drücke deutlich besser wegstecken sollten, schlussfolgere ich daraus oben gemachte Aussage :)

      Wenn man sich dann noch Ölanalysen von besagtem 1-Zylinder im Vergleich und die deutlich niedrigeren Wechselintervalle anschaut, kann ich zumindest nicht so ganz falsch liegen :D
    • Wenn du sagst das Öl wird mehr belastet, dann meinst du wenn ich das richtig verstanden habe dass die Viskosität abfällt/dünner wird, korrekt?

      Bleiben wir bei deinem Beispiel, ja die pro Zylinder Leistung deines 690er Motors ist deutlich höher, aber glaubst du dort werden die gleichen Lagerflächen verwendet wie bei 300ccm/Zylinder?

      Wohl eher nicht, die Lager werden entsprechend breiter sein um das zu kompensieren. Außerdem hat der 6 zylinder einen entsprechend 6x so großen Zylinderkopf.

      Abgesehen davon wird der Motor wohl weniger die Viskositätsverbesserer kaputt machen, sondern eher das Getriebe.
    • Einen Punkt habt dürft ihr bei den 690er-Maschinen jedoch nicht vergessen...
      Die Einspritzungen laufen Serie deutlich zu fett, wodurch erhöhter Kraftstoffeintrag entsteht, der wiederum die Heißviskosität herabstuft.
      Die Frage die sich mir nur stellt ist, kann der Kraftstoff so weit aus dem Öl diffundieren, dass der Kraftstoffanteil im Öl sinkt, die Heißviskosität jedoch "beschädigt" bleibt wodurch sie herabsinkt ?
    • ....und wie hoch wird das Öl im Getriebe einer Goldwing belastet (Motordrehmoment / Fahrzeuggewicht) verglichen mit einner leichten Supermoto? ;)

      Es belibt schwierig. Die langen Intervalle sind inzwischen lächerlich. Das ist doch Kundnverarsc++.

      Was die Normieurung angeht, auch das stimmt. Bei Autos wird es inzwischen unübersichtlich, bei Motorrädern nur die JASO MA.
    • Mr.Matchbox schrieb:

      ....und wie hoch wird das Öl im Getriebe einer Goldwing belastet (Motordrehmoment / Fahrzeuggewicht) verglichen mit einner leichten Supermoto? ;)
      Bitte nicht Drehmoment (oder Leistung), welche eine Zeitabhängige Angabe ist, mit der Kraft beim Verbrennungstakt verwechseln!

      Bei gleicher Übersetzung und gleichem Gewicht herrscht (ganz grob ohne rechnen gesagt) bei einem 50PS Einzylinder die selbe Kraft auf den Zahnflanken im Verbrennungstakt wie bei einem 200PS Vierzylinder mit 90 Grad Zündabstand.

      Klar ist die Goldwing schwerer, dafür ist die Übersetzung bei einer leichten Supermoto üblicherweise dafür erheblich kürzer. Ich kenne jetzt die Zümdreihenfolge der Goldwing nicht, aber sicher nicht alle 6 Töpfe auf einmal :D
    • Diese theoretischen - was wäre wenn - Mutmaßungen bringen meiner Ansicht nach niemandem etwas belastbares. Wofür gibt es denn schließlich Öl-Analysen.
      Zumindest was den Viskositätsverlust in Bezug auf die "Longlife"-Intervalle angeht habe ich nun mehrere alarmierende Analysen gesehen. Ich werde jetzt mal meine Probe Motul 7100 10W40 mit einer Laufleistung von 8.200km zur Analyse einsenden. Im Moment habe ich Motul 7100 10W30 drin, das werde ich nach 5.000km einschicken.
    • Ich möchte übrigens jeden Interessierten dazu motivieren, es mit seinem Gebrauchtöl auch zu machen. So hätten wir die Chance ein Öl zu finden, das die Longlife-Intervalle tatsächlich durchhält.
      Die Analyse bei Blackstone kostet 28 Dollar, das sind 25 Euro. Als Großbrief International kann man so eine Probe für 3,45 EUR versenden.
      Ich verwende dazu leere 200ml "Smoothie"-Fläschchen aus Kunststoff. Blackstone hat mir aber auch schon auf Anfrage kostenlos Probegefäße nach Deutschland geschickt.
    • robert23 schrieb:

      Dann lieber alle 3000km ein hochwertiges öl rein.
      1. Wenn man kaum fährt, kann man sowas machen. Für mich hieße das rund fünf Ölwechsel im Jahr.
      2. Wann ist ein Öl "hochwertig"? Wenn es auf der Verpackung so steht? Wenn es bestimmte Spezifikationen erfüllt, die leider nicht existieren? Wenn es teuer ist? Bis vor en paar Tagen dachte ich auch, dass die 7100 Serie von Motul hochwertig sei.

      ModEDIT-Tequila: Vollzitat gekürzt, bitte lesen - unnötige Zitate

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