MV Agusta Brutale 800 - Ölberatung

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    • MV Agusta Brutale 800 - Ölberatung

      Ein freundliches Servus und Hallo in die Runde, mein Name ist David und ich habe mir im September 2016 eine "Bella Macchina" vom schönen Lago di Varese gegönnt.
      Bei meinem restlichen Fuhrpark (zwei Autos und ein weiteres Motorrad) habe ich mir bisher nicht so viele Gedanken ums Thema Öl gemacht und immer strikt nach Herstellervorgabe gewechselt.

      Da die heiße Italienerin aber ein bisschen mehr Liebe von mir bekommt, habe ich mich zuletzt recht intensiv damit auseinander gesetzt, doch hier jetzt erstmal die 17-Punkte Liste für euch:

      1. Motorradhersteller, Model, Baujahr: MV Agusta Brutale 800 2016
      2. Motor - 2T/4T, Hubraum, Leistung: 4T Reihen-Dreizylinder, 799ccm, 116PS, Mehrscheiben-Ölbadkupplung
      3. Öl-Volumen des Motors: 3,2 L
      4. Fahrprofil - Motorsport, Kurz- Langstrecke: Ausschließlich Sportlich-Flott bei schönem Wetter und Temperaturen >15°C, Strecken >100km.
      5. Wie hoch ist die Durchschnittsgeschwindigkeit: Das behalte ich besser für mich :D
      6. Geplante Ölwechsel-Intervalle: Jährlich / 6000km
      7. Jahres- & Gesamtlaufleistung: 6000km pro Jahr / ~12000km Gesamt
      8. Bisher genutztes Öl: Motul 7100 5W40
      9. Ölverbrauch ml/1.000Km: Keiner
      10. Welche Öltemperaturen werden erreicht: Unbekannt
      11. Abgasnorm, Abgasnachbehandlung: Euro 4 - Geregelter Katalysator
      12. Hersteller-Freigaben und Viskositäten: Vollsynt. 5W40, API SL, JASO MA
      13. Herstellergarantie oder Kulanzansprüche: Seit 19.09. keine mehr
      14. Leistungssteigerung vorhanden/geplant: Nein
      15. Sonstige Unregelmäßigkeiten, Teiletausch, Reinigungen etc.: Keine
      16. Eingeplantes Budget: So viel wie nötig
      17. Verschmutzung durch Öleinfüllöffnung sichtbar? Nein


      In der Garantiezeit (Service bei 1000km und bei 6000km) wurde bisher immer das Motul 7100 5W40 verwendet. Jetzt beim letzten Service (bei c.a. 12000km und kurz nach Ende der Garantiezeit) vor ein paar Tagen hat mein Händler Motul 7100 10W60 eingefüllt unter der Aussage das es besser für mein Getriebe und Kupplung wäre.

      Dass das "5W" in meinem Nutzungsszenario jetzt nicht unbedingt nötig ist erschließt sich mir ja noch, aber den Sprung von 40 auf 60 finde ich jetzt doch etwas groß. Vom Bauchgefühl her wäre ich maximal auf ein 10W50 gegangen. Wenn ich das richtig Verstanden habe steigt ja so der Öldruck bei verminderter Fördermenge?

      Was sagt ihr dazu und was wäre eure Empfehlung?

      Einen schönen Abend,
      David
    • Die Herstelleranforderungen sind wie oben in der Liste angegeben und so von mir aus dem Handbuch entnommen, andere Viskositäten werden nicht aufgeführt.

      Ich bin bisher nur 250km (eine Tour) mit dem 10W60 gefahren und konnte dabei keinen spürbaren Unterschied feststellen.

      Dazu sei noch erwähnt das die MV einen Quickshifter/Schaltautomaten hat, sprich Zündunterbrechung zum hochschalten und automatisches Zwischengas zum runterschalten, ohne das die Kupplung bedient werden muss.
    • Ohne saubere Begründung von 40er auf 60er: Nö. Ich würde beim 40er bleiben. Der Motor besteht nicht nur aus Getriebe und Kupplung. Für den Rest des Motors kann das 60er kontraproduktiv sein.
      Sollten (!) erwiesermassen Schäden am Getriebe auftreten die durch dickeres Öl bekämpft werden können, würde ich auf ein 50er Öl ausweichen.
    • Die MV Agusta Brutale ist eines meiner lieblings Nakedbikes, allerdings die erste aus 2013. :love:

      Da ausschließlich sportlich ab ~15°C gefahren wird, sehe ich hier 10W klar vorteilhafter an.
      5W macht öltechnisch nur Sinn, wenn man auch bei kälteren Temperaturen unterwegs ist.

      Ein 60er erachte ich ebenfalls als zu dick, max. ein 50er, was dann wie Mr.Matchbox schrieb, durch Erfahrungswerten untermauert sein sollte.
      Folgende SAE-Klassen kämen also in Betracht:

      10W-40
      10W-50
      15W-50

      Hier mal ein paar 10W-40er:
      Diese Öle gibt es ebenfalls in den SAE-Klassen 10/15W-50.
    • Normalerweise vertraue ich meinem Händler in Sachen Zweirad blind, es ist ein kleiner Familienbetrieb mit Jahrzenten Erfahrung, inkl Rennsport, Motorumbauten (Hubraumerweiterung, Nockenwellen umschleifen, ...) usw. Aber dieser große Sprung hat mich dann doch stutzig gemacht. Ich wäre, wie ihr ja auch schon vorschlagt, auf ein 10W40 oder 10W50 gewechselt.

      Zum Thema Getriebe: Mal davon abgesehen das die MV Getriebe Grundsätzlich nicht zu den am besten zu schaltenden gehören, ist der gleiche Motor (einziger Unterschied laut Explosionszeichnung sind Nockenwellen, Ventile + Federn und 6 statt 3 Einspritzdüsen) auch mit 140 PS in der F3 (Supersportmotorrad) verbaut und dort hat wohl mein Händler und andere Kunden auf der Rennstrecke Probleme mit der Schaltbarkeit, bis hin zum völligen verweigern des Gangwechsels bei höhren Laufleistungen.

      Aber in den Naked Bikes mit zahmerer Abstimmung (und vorallem nicht im Rennstreckeneinsatz) habe ich bisher weder im Deutschen noch im Englischen Forum von Problemen gehört (abgesehen von Einzelfällen in denen z.b. der komplette Kupplungskorb gebrochen ist, da wird das Öl wohl auch nicht helfen, eher Materialfehler).

      Aktuell denke ich an das Fuchs Silkolene Pro 4 10W50, Liqui Moly 10W50 Street Race oder das Motul 7100 10W50 (da ich diese in der Umgebung im Einzelhandel beziehen kann was mir wichtig ist bzgl Rückgabe des Altöls).

      Ich vermute nach der kurzen Laufleistung mit dem 10W60 wird es genügen das Öl einfach abzulassen und neu zu befüllen, ohne den Filter wechseln zu müssen, richtig?

      Danke und Grüße,
      David
    • Bin auch für ein 10W40. Schau mal BelRay oder IPone, die haben sich ausschließlich auf Motorradschmierstoffe spezialisiert.

      Oder Pakelo, Schmierstoffe sämtlicher Anwendungsbereiche mit hoher Qualität, Made in Italy, zu einem sehr guten Preis.
      Das Pakelo Krypton MBK ist vollsynthetisch und gibt es in 10W40.
      Fahre ich selbst in meiner Fireblade und bin sehr zufrieden.
      :deru:
    • Danke für eure ganzen Antworten!

      Hier lernt man ganz neue Ölhersteller kennen :)

      Könnte mir vielleicht noch jemand verraten wo ich auf der Pakelo und der Fuchs seite die Datenblätter finde?

      Und was ist NOACK? :verlegen:

      Und was haltet ihr von Ravenol? Dort ist NOACK auch in den Datenblättern angegeben und ich habe mit Ravenol im Auto sehr gute Erfahrungen gemacht.

      Grüße,
      David
    • Pakelo ist in vielen Rennteams vertreten und Sponsor von Ferrari AF Corse, die Datenblätter der Öle erhältst du auf Nachfrage.
      Bei Fuchs erhältst du die ebenfalls so oder mit etwas Glück findest du die im Internet.
      Ravenol hat die Datenblätter auf ihrer Homepage veröffentlicht. Auch das kannst du wählen.

      Thema NOACK: ist der Verdampfungsverlust eines Öls.
      Verdampfungsverlust mitsamt Verkokung
      :deru:
    • Deine Zusammenfassung bezüglich des NOACKS ist grundlegend nicht falsch, das Thema ist komplex.
      Der Vorteil eines Motorradöls ist dass der Endverbraucher eine Verbesserung spürt. Stichwort: Schaltbarkeit. Und deshalb beruht dort viel auf Erfahrungswerte.
      Ich würde auf keine einzelne Werte im Datenblatt gravierendes Augenmerk legen. Der NOCK dürfte sich bei allen Ölen „im Rahmen“ befinden.
      :deru:
    • Ich habe jetzt die letzte Stunde damit verbracht "Used Motorcycle Oil Analysis" im bobistheoilguy-Forum (dort sind >500 Motorrad Öl Analysen) zu lesen.

      Dabei habe ich festgestellt das eigentlich alle Motorradöle innerhalb von 1000-3000 Meilen (je nach Motor und Fahrprofil) mindestens eine SAE Klasse nach unten gehen.

      Ein paar Beispiele (Analysen sind dort von Blackstone Laboratories):
      - Fuchs Silkolene 10W40 auf 62,4@40°C und 10.88@100°C nach 2088 Meilen
      - Castrol Power RS 5W40 auf 58,1@40°C und 9,69@100°C nach 1332 Meilen
      - Motul 5100 10W40 auf 55,9@40°C und 9,03@100°C nach 3410 Meilen
      - Motul 7100 10W40 auf 62,3@40°C und 10,87@100°C nach 3660 Meilen

      Jetzt bin ich doch sehr auf der Seite eines 10W50 oder sogar 15W50 ?(

      Irgendwie wird die Entscheindung um so schwerer, je mehr man sich damit auseinandersetzt :aua: