Ester - was ist das?

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    • Synthetische Ester In der Chemie versteht man unter einem Ester das Produkt aus der Reaktion einer Säure mit einem Alkohol unter Abspaltung von Wasser. Für solche vollsynthetischen Öle verwendet man Alkansäuren und organische Alkohole. Da es sich um Reinstoffe als Edukte handelt, erhält man genau definierte Reinprodukte. Solche Hochleistungsöle kann man an die jeweiligen Anforderungen von Motoren, speziell von Rennmotoren anpassen. Ihre gleichbleibenden Eigenschaften gewährleisten eine hohe Schmierkraft mit einer rückstandsfreien Verbrennung.
      Motoröle auf Esterbasis werden gezielt synthetisiert. Je nachdem welche Alkansäure bzw. welchen Alkohol man verwendet ändern sich die Eigenschaften. So kann man die Öle den jeweiligen Anforderungen moderner. Hochleistungs - Motoren anpassen.
      Klar, dass bei so viel Aufwand der Verkaufspreis um mindestens das Doppelte höher liegt als bei Ölen aus der Raffinerie.
      Durch Zusätze, Additive genannt (Detergentien, Antioxidationsmittel, Viskositätsverbesserer ....), erhöht man weiter die Qualität, besonders das von Schmieröl für Viertakter. Dieses muss ja viele Stunden extremsten Bedingungen standhalten. Aber das wäre schon ein eigenes Thema....
      ich habe keine Zeit für persönliche Ölberatung, sorry
    • Dieses leichte "aufquellen" ist ansich ja eine Anlösung der Dichtung.

      Ich habe gelesen, dass es da jedoch sehr auf das Material ankommt.
      Dichtungen aus FPM/FKM (Viton®) können durch Ester nicht wirklich angelöst werden, da in der Produktion ein Auskochen von bestimmten Inhaltsstoffen (diese eben angelöst werden können) stattfindet.

      Durch diesen Prozess werden zwar nicht 100% dieser Stoffe aus dem Dichtungsmaterial entfernt, jedoch ist der restliche Verbleib dermaßen gering, dass man FPM/FKM weitestgehend als Ester-resistent bezeichnen kann.
      Ich weiß es nicht mehr genau, aber ich meine ebenfalls gelesen zu haben, dass durch das Auskochen auch die molekulare Struktur verändert wird, wodurch der Ester nur noch minimalst in die Dichtung eindringen kann.

      Anders sieht es da bei Dichtungen z.B. NBR aus. Dieses Material kann durch Ester merklich aufquellen, da eben diese Ester-löslichen Stoffe in großer Menge vorhanden sind, und die Molekularstruktur dem Eindringen von Ester nicht entgegen wirkt.
    • Öle mit Ester verursachen keine Problem. Das sind leider unausrottbare Stammtisch- bzw. Internetgerüchte.

      Ich hatte an meinem Motrorrad Bj. 1989 bis zum diesem Jahr des öfteren auch Ester Öle verwendet. Die Dichtungen, sehr viele davon auch von 1989, haben nie Problme bereitet. Der Motor war bis zum Schluss trocken, mit der für Motrorradmotore biblischen Laufleistung von fast 100.000 Km.

      Ester ist auch nur anteilig im Motoröl enthalten.

      Man kann sich als Kunde drauf verlassen, dass die Ingenieure bei den Ölherstellern wissen was sie tun und Ihre Produkte so anmischen, das dabei keine Schäden an den Motoren und Dichtungen entstehen.

      Ich habe mir noch nie eine Sekunde Gedanken gemacht dass ein Markenöl Dichtungen angreift. Wenn die Dichtungen aufgeben, dann einfach durch Alter und Verschleiss.
    • Zum einen ist Ester nicht eine einzige Substanz, sondern ein Gruppe verschiedener Substanzen. Dann wird oft nur dazu gemischt. Selbst bei "100%" Ester wie Red Line (geht ja schon allein wegen der Additive nicht) wird das so formuliert, dass es keine Probleme geben sollte. Wenn Dichtungen versagen, was bei mir bei vielen Fahrzeugen und über viele Jahre erst zwei Mal passiert ist, dann war die Dichtung einfach über zehn Jahre alt oder noch älter.

      Allerdings ist Ester wegen dem Sauerstoff Gehalt theoretisch nicht so Alterungsbeständig. Macht aber nichts, wenn man in vernünftigen Intervallen wechselt.
    • Eine alte Forenweisheit besagte, dass "Esteröle" besser an den inneren Bauteilen haftet und so beim nächsten Motorstart die Bauteile besser geschützt sind. Kann das bestätigt werden?

      Früher nutzte ich das Castrol TWS - damals noch als Ester, heute ja nicht mehr. Meiner Meinung hat das Öl massiv nachgelassen im Vergleich zu früher, weshalb ich zur 300V Linie gewechselt habe. Damit habe ich nun wieder die Effekte, welche ich damals vom Wechsel von Öl X auf TWS hatte. Weniger Ölverbrauch, weniger Öltemperatur.

      Ich wüsste momentan kein besseres Öl als das 20W60 - abgesehen von der Winterzeit. Unter -12 Grad Öltemperatur sollte man den Motor nicht mehr benutzen (Aussage Motul De).

      Fraglich ist, ob es im Alltagsbetrieb auch Sinn macht so ein Öl zu fahren - so ein Öl:
      - mit einer solchen Viskosität
      - mit Ester
    • Ester sind leicht polare Flüssigkeiten. Das heißt, das mit dem anhaften stimmt. Allerdings sind Additive viel stärker polar, das sollten sie auch, weil sie gerade an der Oberfläche ihre Wirkung entfalten sollen. So konkurriert der Ester mit den Additiven um einen Platz am Bauteil. Ob das jetzt gut (allgemein dickerer Schmierfilm) oder schlecht (Wirksamkeit der Additive) ist, vermag ich nicht zu sagen.

      Bei der Viskosität, die richtige zum Motor und zum Einsatzzweck. Hohe Viskosität hat Vor- und Nachteile.
    • Das Bild mit den Additiven, Ester und AN ist nur eine sehr vereinfachte Darstellung. Daraus zu schließen, dass ein Ester Öl die Wirksamkeit von Additiven halbiert, wäre völlig falsch.

      Außerdem wird Ester oft in kleinen Mengen verwendet, weil manche Additive ganz schlecht bis gar nicht in Öl löslich sind. Das ist blöd. In Ester, weil polar, aber schon. Wenn auch nicht sehr gut, aber für ein paar ppm reicht es. Und schon funktioniert das ganze wieder.

      Wie so oft ist das Thema komplex und nicht mit einfachen wenn - dann - Schlussfolgerungen abgehandelt. :)