Vollsynthetic vs. Semisynthetic

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    • Die hier oft vertretene Ansicht, PAO Basisöle würden Basisölen im "HC Verfahren" immer überlegen sein, mag vor 10 Jahren gegolten haben. Aber die neuen group III+ Öle haben mit den damaligen HC Ölen nur die ersten "Hydrocrack Schritte " gemein. Das ist doch hier im Forum auch schon öfter aufgeführt worden, ich meine bei der Diskussion zum GTL Verfahren. Für Interessierte hier eine gute Erläuterung leider nicht in deutsch, aber sollte im Übersetzerprogramm auch lesbar sein:
      The stability of modern Group III stocks is well predicted by their VI, because VI is an indication of the fraction of highly stable isoparaffinic and saturated structures in the base oil.1 Unlike older generation Group III stocks, which can have more than five percent aromatics, modern Group III stocks also undergo subsequent severe hydrofinishing after hydrocracking and hydroisomerization. Consequently, they have exceptional purity with aromatics levels of much less than one percent, resulting in high thermal and oxidative stability. On the other hand, PAO stability depends largely on residual olefin content, which can be present at significant levels - up to five percent. Even though PAOs have generally excellent oxidation stability, in many applications such as engine oils or high-temperature compressor oils, their performance is matched by modern, severely processed Group III base oils.
      Incredibly, one new base oil feedstock is natural gas. In this decade, we will see a new type of ultraperformance base oil derived from wax which is derived from natural gas via the Fischer-Tropsch process. The plants making these super-synthetic Group III base oils will employ the latest hydroprocessing technology. Dubbed GTL, for gas-to-liquids, these base stocks are already being referred to as Group III+, or “Super-Group III. They will have VIs significantly higher than PAOs, and they will be used to make the fuel-efficient, long-life automotive and industrial oils of the future.
    • Gruppe III+ gibt es natürlich nicht in der traditionellen Einteilung. Das + ist eine Marketingkennung für Basisöle mit besonders hohem VI. Visom - nicht Venom - von Mobil fällt etwa darunter und auch Basisöle des GTL Verfahren.

      Und hier noch die erbetene Quellenangabe für den obigen Text:
      Performance of Base Oils and Future Trends - The Evolution of Base Oil Technology - Part 3

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von betta ()

    • Roar schrieb:

      Gibt es GTL schon seit 10 Jahren auf dem Markt?
      Das GTL (Gas to Liquids / Erdgas zu flüssigen Kohlenwasserstoffen) Verfahren, beruht auf der Umwandlung von Erdgas zu Synthesegas, durch das Vorhandensein von Wasserdampf und Sauerstoff etc.
      Dieses wird durch die Fischer Tropsch Synthese zu flüssigen Kohlenwasserstoffe umgewandelt.
      -Franz Fischer, Hanz Tropsch erstmalige Anwendung des Verfahrens 1934 (coal to liquid)
      -Shell erstmalige Anwendung 5% GTL im V-Power Diesel 2004 (Prinzip verbessert, GTL genannt, dennoch basierend auf die FT-Synthese)
      :deru:

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von RtRensen ()

    • *räusper*

      Roar's Beiträge mögen nicht dem Standard entsprechen und sind vielleicht auch nicht immer direkt verständlich, doch dann gilt es sachgemäß nachzufragen was unklar ist.

      RtTechnik's Reaktion mit "Wahnsinn" hätte durchaus anders ausfallen können.

      Ich habe hier mal bewusst abgewartet, wie die Antwort ausfällt, und soweit ist alles im Rahmen.
      Doch bitte führt diese Beiträge, wer nun den wahnsinnigsten hat, nicht weiter aus. ;) :D


      HC = Gruppe III
      GTL = Gruppe III+
      PAO = Gruppe IV

      Laut unseren Analysen gibt es zwischen Gr. III+ und Gr. IV bzgl. Flammpunkt und NOACK eigentlich keine klar definierten Unterschiede.

      Schwieriges Thema.

      Wie sieht es denn mit der Kondenswasser-Aufnahme aus?
      Gibt es dazu vergleichbare Prüfergebnisse?
    • Roar schrieb:

      Wenn PAO besser als HC ist, ist HC nicht zwangsläufig durch die Bank nur noch der letzte Rotz.
      Das ist eine Aussage, die ich unterstütze (auch ohne "Rotz").

      Die Frage wäre dabei, ob PAO denn wirklich messbare Vorteile gegenüber HC Gr. III hat?

      Zu unterscheiden wären Frischöl- und Gebrauchtöl-Analysen.
      Bei den Frischöl-Analysen gibt es in Sachen Flammpunkt und NOACK schon klare Identifikationen.
      Wie sieht aber in der Praxis aus?
      Machen sich die gewissen Vorteile im Gebrauch bemerkbar?

      Ich persönlich bin ja auch ein Freund von PAO/Ester, doch sehe ich ebenfalls, dass man da zwischen den Basisöl-Arten keinen zu großen Keil schieben sollte.

      Soweit ich das Überblicke, haben HC-Öle einen Vorteil bei dickeren Basisölen.
      Und PAO ist für dünnere Basisöle besser geeignet.

      Gibt es z.B. ein 20W-PAO-Öl? Mir ist keines bekannt.
      Die Herstellung von PAO ist also bzgl. der Moleküle für die Dicke schon etwas begrenzt. Oder ist das nur eine Kostenfrage?
    • Von Penrite müsste es auch noch ein PAO/Ester 20W60 geben und das Motul 300V 20W60 fällt mir noch ein.

      Die Qualitäten der Grundöle zu differenzieren ist immer sehr schwierig, weil am Ende das Gesamtkonzept des Öls inklusive Additive stimmig sein muss.

      Ich erinnere mich schwach an ein Gespräch ,mit einem Mitarbeiter von LM. Dieser meinte, das die mittlerweile nur noch sehr geringen besseren Eigenschaften, an Verdampfungsverlust und Oxidationstabilität von Ester, in keinem Verhältnis zu den höheren Fertigungskosten stehen. Die Unterschiede gibt es also, nur scheinen sich die Syntheseverfahren in den letzten Jahren auch weiterentwickelt zu haben.
      :deru: