Trend zu kürzeren Wechselintervallen

    • Trend zu kürzeren Wechselintervallen

      21.03.2016

      autohaus.de schrieb:

      Trend zu kürzeren Wechselintervallen



      Dass Motorenöle ein wichtiger Margenbringer im Autohaus bleiben, erfuhren die Teilnehmer auf der 4. Motorenölfachtagung von Shell in Hamburg.
      © Foto: Dietmar Winkler



      Immer kleinere und leistungsstärkere Motoren machen einen Ölwechsel nach 15.000 Kilometern nötig, so der Tenor des Entwicklungsleiters Helmut Leonhardt bei Shell anlässlich der Motorenölfachtagung.


      Der Trend zu kleineren aber leistungsstarken Motoren führt zu einer deutlich höheren Beanspruchung des Motorenöls. Dies habe zwangsläufig kürzere Wechselintervalle zur Folge. "Ölwechselintervalle von 50.000 Kilometern sind künftig nicht mehr machbar", erklärte Helmut Leonhardt, Leiter Entwicklung Motorenöle bei Shell in Hamburg anlässlich der 4. Motorenölfachtagung des Ölherstellers. Ölwechsel nach 15.000 Kilometern seien sinnvoll, wenn das Öl durch hohe Temperaturen im Motorraum, gestiegene Biodieselanteile in Kraftstoffen und Zusätze wie Harnstoff zur Erfüllung der Abgasnorm Euro 6 immer höherer Beanspruchung unterliege.


      Fahrzeughersteller müssten die Balance zwischen kundenfreundlichen Serviceintervallen und sinnvollem Ölmanagement finden, so Leonhardt. Ein weiterer Faktor, der häufigere Wechsel erforderlich mache, sei die Verdampfung der Motorenöle, die zur Reduzierung von Reibung immer niedrigviskoser formuliert würden. Der Verlust durch Ölverdampfung werde umso problematischer je niedrigviskoser ein Motorenöl ist, lautet die Faustformel.


      "Die Verdampfung der Öle führt zur Anreicherung der Additive im Öl, das ist ab einer Viskosität von 0W20 ein problematischer Faktor", erklärte der Motorenölforscher. Als besonders stabil weil besonders rein erweisen sich laut Leonhardt die von Shell produzierten Grundöle aus Erdgas. Die Shell Helix Ultra Motorenöle werden im Gas-to-Liquid-Verfahren produziert. Dabei wird aus Erdgas durch chemische Umwandlung flüssiges Öl hergestellt. Shell ist weltweit der einzige Schmierstoffhersteller, der das Verfahren in großem Maßstab anwendet. Vermarktet wird das Konzept unter dem Begriff "PurePlus-Technology". Die Fahrzeugindustrie verlange zunehmend niedrigviskose Öle. Experimentiert würde bereits mit 0W8-Ölen.



      Neben den technischen Aspekten der Motorenölproduktion ging es im Rahmen der Fachtagung vor allem um die Vermarktung von Schmierstoffen im Autohaus und in der Werkstatt. Shell bietet unter anderem spezielle Verkaufsschulungen an, die Betrieben helfen, den Margenbringer Motorenöl noch erfolgreicher zu vermarkten.
      Quelle: autohaus.de/nachrichten/motore…lintervallen-1774722.html
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      Lange Intervalle sind ja nicht per se schlecht, ganz im Gegenteil. Etliche Kilometerkönige fahren absurde OCI - der Millionenfabia zum Beispiel 60.000km.
      Unangemessen lange Intervalle sind schlecht. Da ist ein feiner, aber bedeutender Unterschied. Was angemessen und was unangemessen ist hängt vom Motor (Beispiel: Fehlkonstruktionen wie die SAAB- Ölwannenheizung), vor Allem aber von den Betriebsbedingungen ab.
      Mit dem gleichen Motor und dem gleichen Öl kann der eine locker 30Mm fahren, während für den anderen 10Mm schon viel zu lang sind.
      Flexible Wechselintervalle sind also grundsätzlich eine tolle Idee. Leider scheinen die Algos die bei sehr ungünstigen Betriebsbedingungen oft nicht aggressiv genug zu verkürzen. Ändert aber nichts daran, daß das Konzept grundsätzlich richtig ist.
      Alte Autos, moderne Öle: turboseize.wordpress.com
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      Da stimme ich euch beiden zu.
      Die frei bestimmbaren Bewertungsfaktoren zur Berechnung des Intervalls müssten einfach viel enger gesetzt werden.

      Wieder eine an sich tolle Sache die von den Herstellern in die Grütze gefahren wird.

      Es baut sich ja eine allgemeine Abneigung gegenüber flexible Intervalle auf, diese nicht sein müsste.
      Vernünftig umgesetzt würde man jedem anstatt abraten, dies empfehlen, da es einfach individuell angepasst wäre.
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      MrQuin schrieb:

      Die Hersteller wollen zudem auch gar nicht, dass die Motoren ewig lange halten.
      Exakt! Wie meinte mein damaliger unfreundlicher von MB, die Autos sollen gar nicht länger als 5-6 Jahre halten, wir müssen ja auch wieder neue los werden... welch Horror ich mit dem Stern durchgemacht habe....

      Ganz passend zu deren Werbesolgan:

      Das Beste oder nichts.

      Nichts aber rein gar NICHTS!


      Tequila009 schrieb:

      Vernünftig umgesetzt würde man jedem anstatt abraten, dies empfehlen, da es einfach individuell angepasst wäre.
      Genau so ist es!
      serv oilkn3 done Beer
    • Neu

      CX-3 schrieb:

      MrQuin schrieb:

      Die Hersteller wollen zudem auch gar nicht, dass die Motoren ewig lange halten.
      Exakt! Wie meinte mein damaliger unfreundlicher von MB, die Autos sollen gar nicht länger als 5-6 Jahre halten, wir müssen ja auch wieder neue los werden... welch Horror ich mit dem Stern durchgemacht habe....
      Ganz passend zu deren Werbesolgan:

      Das Beste oder nichts.

      Nichts aber rein gar NICHTS!

      Tequila009 schrieb:

      Vernünftig umgesetzt würde man jedem anstatt abraten, dies empfehlen, da es einfach individuell angepasst wäre.
      Genau so ist es!

      Im Netz kursieren Werte von 170.000km , der der Hersteller für eine Haltbarkeit des Motors konzipiert und herstellt.

      Das mag von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich sein.

      vllt kann der Hartmut ja mal was dazu sagen!?!?!
      Volvo C30 06.2007 R-Design 2.4i GT, Ökotuned, gehärtete Version
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      VW hat im Rahmen der Schadensersatzklagen wegen Dieselgate die Lebensdauer von 200.000 km für die TDI angegeben

      Bei BMW wird für die Lifetime-Füllungen von einer Mindestnutzung von 180.000 km innerhalb von 8 Jahren ausgegangen.

      Aus eigener Erfahrung kann ich aber sagen, dass selbst bei Mindestmaß an Wartung der T4 und zahlreiche BMW das locker geschafft haben. ( nur ein BMW M20 b20 ist bei runden 240Tkm hoch gegangen).
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      Alles was unter "Lifetime" fällt. Und darauf sind die überwiegende Anbauteile abgestimmt. (z.B. DPF soll nach 200tkm gewechselt werden. Ist so sogar im Servicebedarf Fahrzeug unabhängig vom Gegendruck hinterlegt) ZF sieht als Hersteller der Automatikgetriebe das mit der Lifetime-Füllung ganz anders als BMW.
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      mastergamer schrieb:

      Ich glaube bei PSA sieht das LongLife Intervall so aus, dass man pauschal 2 Jahre bzw. 30tkm fahren darf, egal wie viele Kaltstarts bzw. Betriebsstunden anfallen.

      Schon etwas heftig...
      Bei Opel gab es das sogar mit 2 Jahre und 50tkm



      ___
      Mal so ganz generell.
      Wie viel % der Motorschäden sind eigentlich wirklich auf zu lange Ölwechselintervalle (NACH HERSTELLERNORM!) zurückzuführen.
      Und nicht darauf, dass a) gar kein Öl gewechselt wurde oder b) die Steuerkette ab Werk quasi schon kaputt war

      ___
      Ich habe meinen alten Motor ja geöffnet.
      Der ist z.T bis zu 8x3km Kurzstrecke am Tag gelaufen.
      Wenn es dann mal längere Strecken gab (durch meinen Vater der ihn 1x die Woche mit zur Arbeit nahm wegen DPF) gab es nur digitale Gaspedalstellung. Vollgas oder Kein Gas. Meistens aber Vollgas.
      3x im Jahr dann noch längere Strecke in den Urlaub. Immer alles was der Karren hergab.
      Dann dazu aber Ölwechsel nur alle 2 Jahre und 30tkm.

      Motor sah trotzdem okay aus verschleißtechnisch.
      223.000km gehabt.
      Da sprach nichts dagegen, dass er die Kilometer nicht nochmal gemacht hätte.
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      Leon96 schrieb:

      Wie viel % der Motorschäden sind eigentlich wirklich auf zu lange Ölwechselintervalle zurückzuführen.
      Dazu müssten wir erstmal alle Motorschäden samt Schadensbild mitbekommen/erfahren.
      Im Internet findet man ja nur einen verschwindend geringen Anteil.

      Aus meiner Sicht ist die Frage nicht zu beantworten.
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      Tequila009 schrieb:

      Leon96 schrieb:

      Wie viel % der Motorschäden sind eigentlich wirklich auf zu lange Ölwechselintervalle zurückzuführen.
      Dazu müssten wir erstmal alle Motorschäden samt Schadensbild mitbekommen/erfahren.Im Internet findet man ja nur einen verschwindend geringen Anteil.

      Aus meiner Sicht ist die Frage nicht zu beantworten.
      Dachte, dass es dazu vlt von irgendeinem Hersteller eine Übersicht gibt.
      Gut, aber auch verständlich, wenn es das nicht gibt.

      Ich bin nachwievor der Meinung, dass der Anteil sehr gering sein wird.
      Und das erst wirklich zum Problem wenn der Motor anderweitig explizite technische Probleme oder Schwächen hat wie beispielsweise die ganzen anfälligen Kettenmotoren.
      Oder Mazda und der Diesel
      Da zeigt sich ja auch klar durch Berichte von den Usern, dass durch verkürzte Intervalle die Lebensdauer spürbar erhöht wird.

      Aber vielleicht weiß hartmut dazu mehr!