Motoragilität - eine Frage der Öldicke?

  • Nachdem ich beim Nissan 370 Z vom Redline 5/40 auf das Ravenol 10/50 RSE gewechselt habe, ist mir von Anfang an ein für mich spürbarer, zäherer Motorlauf nach dem Start aufgefallen.

    Ich habe gestern mit dem mir gut bekannten Nissan-Tuner (CTD-Germany) telefoniert und er sagte mir, dass der Motor VQ37VHR für 5/30er konstruiert ist und diese Viskosität für mein normales Fahrprofil ausreichend ist. Er empfahl mir das Öl zu wechseln, da auch Schäden durch das zu dicke Öl entstehen können.

    Da ich noch Amsoil 5/30 SS im Fundus habe, wechsele ich heute das Öl und das noch fast neue RSE wird sicher in meiner Werkstatt Verwendung finden.

    Nissan 370 Z 40th :ams: 5 w 30 Signature Series

    Volvo XC 60 II T5 :rav: 5 w 30 DXG & :wag: Micro-Ceramic

  • Beim „warm fahren“ muss er auch nicht agil sein, weil man da wenig Gas gibt! :lach3:

    Also wirklich ernsthaft. Ich habe noch nie gehört, dass ein Auto beim warm fahren agil sein muss oder schnell hoch drehen soll, das ist exakt das Gegenteil von dem, wie und warum man „warm fahren“ soll.

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    ESMM75 (EddysShellMobilMix75)
    SHELL HELIX ULTRA 5/40 + MOBIL1 FORMULA RACING 10/60 (3:1)

    Edited once, last by EddyF. (July 17, 2026 at 2:56 PM).

  • Ich habe mich offensichtlich bezüglich meiner Wahrnehmung des Motorlaufes missverständlich ausgedrückt.

    Ich habe einfach gefühlt, dass sich der Motor mit dem RSE im Vergleich zu den anderen Ölen vorher anders verhält.

    Es ist nicht so einfach das objektive Gefühl in verständlichen Worten auszudrücken.

    Die von mir erwähnte Agilität war wohl nicht die richtige Wortwahl.

    Ich habe mich im Ergebnis einfach dazu entschieden das Öl zu wechseln und wieder dünneres Amsoil einzufüllen.

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  • Manchmal glaubt man auch nur, der Motor fühlt sich mit dünnerem Öl "agiler" an, obwohl dann Beschleunigungs- oder Maximalgeschwindigkeitsmessungen keinerlei Unterschied zu einem dickeren Öl ergeben. Die bessere Dämpfung durch den dickeren Ölfilm in den Lagern gaukelt "Trägheit" vor, wo einzig und allein die höhere Laufruhe des viskoseren Öls den subjektiven Unterschied ausmacht.

    Rechtlicher Hinweis - Haftungsausschluß: Ich übernehme keine Haftung. Meine Beiträge sind in bezug auf §645Abs.2 BGB (bzw. analoge Gesetze im Rest der Welt) als laienhafte Ratschläge / Empfehlungen anzusehen. Anwendung auf eigene Gefahr. Es entsteht kein Vertragsverhältnis. Gilt auch für grobe Fahrlässigkeit.

  • Klar dämpft dickeres Öl die Motorgeräusche besser.Aber Matthinho eine falsche Wahrnehmung zu unterstellen finde Ich nicht richtig. ☝️😉

    Ich meinte meine Aussage ganz allgemein bzw. bezogen auf meine eigenen Erfahrungen und keinesfalls in Richtung Matthinho. Außerdem beziehe ich mich auf betriebwarmes bzw. "heißes" Motoröl und nicht auf den Kaltlauf bzw. die Warmlaufphase.

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  • Holger M54 da hast Du natürlich recht. Dann möchte ich aber gleich eine Brücke zu EddyF. ´s Kältetests schlagen, denn die haben ja klar aufgezeigt, daß eine 0W, 5W, 10W oder sogar 15W Einstufung für die bei uns üblicherweise vorkommenden Kaltstart- bzw. Kaltlauftemperaturen kaum aussagekräftig bzw. sogar irreführend sind. Hier ist ja sehr oft eine höheres xW Öl dünnflüssiger als ein Öl mit niedrigerer xW-Einstufung. Sprich die "Basisöldicke" wird durch die xW-Einstufung praxisbezogen gar nicht relevant abgebildet. So, jetzt blickt vermutlich gar keiner mehr durch ...:flitz:

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  • Matthinho eine falsche Wahrnehmung zu unterstellen finde Ich nicht richtig. ☝️😉

    Giacomo Agostini hat erstens nichts unterstellt und zweitens gibt es gar keine „falsche“ Wahrnehmung… und auch keine „richtige“.

    Die Wahrnehmung ist nur das, was diese Person in dieser Situation „empfindet“… also wahrnimmt. Das kann immer und jederzeit von den Fakten abweichen. Ist im Übrigen sehr menschlich ;).

    Bzgl. der Kältetests…. sind das Momentaufnahmen im Reagenzglas und jeder kann damit machen, was er will. Nat. wissen wir nicht, inwiefern das jeweils auf innermotorische Gegebenheiten übertragbar ist. Schon klar. Aber als Anhaltspunkt kann man die Ergebnisse schon nutzen ;)

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  • Ich fühle überhaupt nicht angegriffen. Im Gegenteil, ich mich freue eure Meinungen und fachliche Kompetenz zu erfahren.

    Ich habe mich in den Foren, insbesondere in den USA informiert und auch da fahren die allermeisten bei normalem/sportlichen Einsatz im 370 Z maximal 5/40, die auch Nissan vorgibt.

    Ich sage mal Danke für eure Antworten!

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  • Nat. wissen wir nicht, inwiefern das jeweils auf innermotorische Gegebenheiten übertragbar ist.

    Physikalisch ist es so, daß das gut auf innermotorische Gegebenheiten übertragbar ist. Denn mit Deiner Methode mißt Du die Viskosität (Zähflüssigkeit als Vergleichswert unterschiedlicher Proben). Diese Diskussion hatten wir mal, da bin ich schon näher darauf eingegangen. Viskosimeter funktionieren ja teilweise auch so ähnlich ("Kugelfall-Viskosimeter"). Also an der Aussagekraft Deiner Methode bezüglich Kälteeignung in Motoren gibts absolut nichts zu rütteln. Und wer das nicht glaubt, bitte die physikalischen Grundlagen bezüglich Viskosität nachlesen ( Arden997 ).

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  • Manchmal glaubt man auch nur, der Motor fühlt sich mit dünnerem Öl "agiler" an, obwohl dann Beschleunigungs- oder Maximalgeschwindigkeitsmessungen keinerlei Unterschied zu einem dickeren Öl ergeben. Die bessere Dämpfung durch den dickeren Ölfilm in den Lagern gaukelt "Trägheit" vor, wo einzig und allein die höhere Laufruhe des viskoseren Öls den subjektiven Unterschied ausmacht.

    Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen. In der Akustik und Psychoakustik gibt es genau dieses Phänomen: Laufruhe wird vom Gehirn oft fälschlicherweise als "Trägheit" oder "Zähigkeit" interpretiert.

    Ich konnte dieses Phänomen kürzlich bei meinem B58 feststellen, als ich vom Red Line 5W-40 auf das Ravenol RCS gewechselt habe. Mit dem Red Line hatte ich gefühlt ein spontaneres Ansprechverhalten und der Motor hat williger hochgedreht. Im oberen Drehzahlbereich hat er sich viel "zorniger", "brüllender" oder auch "aggressiver" angehört.

    Bei einer 100–200 km/h Messung wird man zwischen beiden Ölen wahrscheinlich keinen Unterschied feststellen können (von minimalen Nuancen auf einem echten Motorenprüfstand mal abgesehen). Aber rein subjektiv muss ich leider sagen, dass mir das RCS etwas den Fahrspaß genommen hat – auch wenn das vielleicht für den einen oder anderen doof klingen mag.

    Mein Wechsel zeigt sogesehen, dass es eben nicht nur an der Viskosität liegt. Beide Öle sind 5W40. Der Unterschied liegt rein in der Basis-Chemie (hochpolare Ester beim Red Line und PAO/Wolfram beim RCS). Die Zusammensetzung formt die Charakteristik des Motors also mit. selbst bei identischer "Dicke".

    BMW M140i F21 SDrive 2017 non OPF Motoröl: :red: High Performance 5w40 / :rav:RCS 5w40

    BMW 340i F31 XDrive 2018 non OPF Motoröl: :motu: 300V Competition 5w40

  • Mich würde tatsächlich mal eine Testreihe interessieren zu 60-120km/h und 100-160km/h Zeiten. Gleiches Fahrzeug, gleiche Strecke, möglichst gleiche Wind und Witterungsverhältnisse.
    Getestet werden sollte dann wohl Frischöl, nach x-tausend km und kurz vor dem Wechsel jeweils.

    Alternativ könnte man bei (kaltem und) warmen Motor die Zeit messen die er im Neutral vom Leerlauf auf 5.000u/min benötigt.

    BMW G31 LCI | B47 | Shadow Line | ZF 8HP | Heckantrieb
    Motoröl: BMW TwinPower Turbo LL-04 0W-30 + IGRIDE TM Booster | Getriebeöl: ZF LifeGuard 8 | Treibstoff: 100% HVO
    Rad: BMW Styling 844 | Reifen: Continental PremiumContact 7 245/45R18

  • Die Idee mit dem Leerlauf finde ich super, eben weil der Motor da nur sich selbst beschleunigen muss. Bei den Durchzugsmessungen auf der Straße wird der minimale Unterschied der Öle wahrscheinlich komplett im Rauschen der Messtoleranzen (Wind, Reifen, Temperatur) untergehen. Im Stand dagegen fallen die inneren Widerstände prozentual viel stärker ins Gewicht. Das über ein OBD-Log (Millisekunden-Anstieg der Drehzahl) zu messen, wäre wirklich mal ein interessanter Test!

    BMW M140i F21 SDrive 2017 non OPF Motoröl: :red: High Performance 5w40 / :rav:RCS 5w40

    BMW 340i F31 XDrive 2018 non OPF Motoröl: :motu: 300V Competition 5w40

  • Ja, Giacomo Agostini hat schon recht, dass ein SAE40-Öl besser dämpft als ein SAE30. Als ich den B58 übernommen hatte, lief er mit 5W-30 und ich habe mir sehr viele Gedanken gemacht, ob ich überhaupt auf ein 5W-40 gehen soll. Ich bin damals von REP 5W-30 auf RUP 5W-40 umgestiegen und merkte in der Drehwilligkeit de Motors keinen Unterschied obwohl mich das Thema wirklich sehr beschäftigt hat. Das gedämpfte Motorgeräusch habe ich natürlich schon wahrgenommen, aber hauptsächlich im Lerrlauf.

    Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass die 100er-Visko schon die "dynamische innermotorische Reibung" gut wiedespiegelt. Das geliebte 300v comp 5W-40 ist nur sehr knapp ein SAE40 und auch das Rowe Racing 10W-40 liegt bei knapp 13 mm2/s. Beides Öle, die ich als sehr drehfreudig und agil empfinde; der Motor hängt sehr direkt am Gas.

    Ich betrachte hier das Motorverhalten im warmen Zustand, die Geräuschkulisse spielt dabei keine Rolle