Ölberatung: Honda CBR 600 RR PC69

  • 1. Der Auto- Moto- Hersteller, Model, Baujahr:
    Honda CBR 600 RR BJ 2026
    2. Motor:
    Benzin
    3. Motor - Hubraum, Leistung:
    4 Zylinder, 600 ccm, 120 Ps
    4. Öl-Volumen des Motors:
    3,4 L
    5. Fahrprofil - Motorsport, Kurz- Langstrecke:
    Einfahrphase normal, geringe Last
    Danach meist sportlich auf der Landstraße, ab und zu Rennstrecke
    6. Durchschnittsgeschwindigkeit:
    -
    7. Geplante Ölwechsel-Intervalle:
    max. 5000 km
    8. Laufleistung pro Jahr:
    -
    9. Gesamtlaufleistung (Tachostand):
    Neu
    10. Bisher genutztes Öl:
    -
    11. Ölverbrauch ml pro 1.000Km:
    -
    12. Welche Öltemperaturen werden erreicht:
    -
    13. Abgasnorm, Abgasnachbehandlung:
    Euro 5
    14. Hersteller-Freigaben und Viskositäten:
    Mind. Jaso MA, API SJ, 10W-30
    15. Herstellergarantie oder Kulanzansprüche:
    Ja
    16. Leistungssteigerung vorhanden oder geplant:
    Nein
    -
    15 Grad
    -
    17. Sonstige Unregelmäßigkeiten, Teiletausch, Reinigungen etc.:
    -
    18. Eingeplantes Budget:
    Egal
    19. Verschmutzung durch Öleinfüllöffnung sichtbar?
    -
    Wir übernehmen keine Haftung!
    Zur Kenntnis genommen.

    Guten Morgen,

    ich möchte mich heute dem Thema Öl für eine Honda CBR 600 RR widmen. Ich habe das Motorrad bestellt und mich auf den guten Ruf von Honda verlassen. Allerdings soll es wohl bei den neuen Modellen der 600er zu hohen Ölverbrauch und Motorschäden kommen. Ich habe dann mal etwas in der Betriebsanleitung geschmökert und festgestellt, dass dort wohl Öle der Viskosität 10W-30 gefahren werden. Natürlich ist mir bekannt, dass man nicht immer alles an der Fließfähigkeit festlegen kann, allerdings kommt mir ein 30er Öl schon arg dünn vor, wenn ich mir vorstelle mit 15.000 U/min fahren zu können.

    Leider gibt die Betriebsanleitung auch nichts anderes her und die Garantie möchte ich logischerweise auch nicht gefährden. In einer Whatsapp Gruppe, speziell um das Thema Ölverbrauch und Motorschäden, fahren viele das 10W-40, was mir schon etwas mehr Sicherheit geben würde. Da das Motorrad eben wie gesagt erst 2026 ausgeliefert wird, möchte ich hier gleich alles richtig machen, schon von 0 weg.

    Daher meine Frage: hat die CBR auch eine Freigabe für ein Jaso MA 2, API > SJ und 10W-40 und wie sind die Erfahrungen damit? Fährt jemand eine PC 69 und die Viskosität 10W-30? Welche Marken/Sorten werden bevorzugt? Welches Öl sollte ich für die Einfahrphase benutzen?

    Danke schonmal an alle!

  • Hi,

    Der Motor sollte nahezu Identisch mit dem Modell ab PC40 sein. Eigentlich ein Robuster Motor (bei mir über 40.000km gelaufen ohne Probleme)

    Dort war im Handbuch, wenn ich mich richtig erinnere, eine Skala je nach Temperatur die von 15w bis 60 alles erlaubte.

    Ich würde an deiner Stelle die 2 Jahre in der Garantie das Werkstattöl fahren bevor du selbst Hand anlegst und die Garantie gefährdest. Der Motor wird mit dem vom Hersteller empfohlenen Öl keinen Defekt bekommen. Außerdem kommt das Öl sowieso innerhalb der Garantie nach einem Jahr wieder raus.

    Meine Fireblade (SC82) hat die Garantiezeit auch mit dem 10w30 überstanden bei längerer Vollgasfahrt auf der Autobahn und beim Einfahren bin ich auch nicht zimperlich mit ihr gewesen:daumen:

    Solltest du trotzdem ein anderes Öl benutzen wollen, würde ich dir das Ravenol Racing 4T 10w40 empfehlen das fahr ich z.Z in der Fireblade.

    Wenn du beim 10w30 bleiben möchtest gäbe es da natürlich von Motul das 300V oder von Putoline das Ntech Pro R+ 10w30.

    Gruß

  • Das Liqui Moly 10w 30 wäre noch empfehlenswert. Ich würde in der Garantiezeit beim 10W 30er bleiben, um die Garantiebedingungen nicht zu gefährden. Danach würde ich auf 5W 40 oder 10W 40 gehen. JASA MA2 paßt auf jeden Fall, JASO MA Öle werden schon ziemlich selten.

    Rechtlicher Hinweis - Haftungsausschluß: Ich übernehme keine Haftung. Meine Beiträge sind in bezug auf §645Abs.2 BGB (bzw. analoge Gesetze im Rest der Welt) als laienhafte Ratschläge / Empfehlungen anzusehen. Anwendung auf eigene Gefahr. Es entsteht kein Vertragsverhältnis. Gilt auch für grobe Fahrlässigkeit.

  • Heikles Thema aktuell. Im honda-board sind bei den neuen CBR600RR so einige Ölschlucker bekannt, die schon mal nen Liter auf 1000km brauchen. Genau wie bei der 1000er Hornet beides Motoren, die so schon mal woanders verbaut waren, aber damals ohne Auffälligkeiten. Die sollten mit dem geforderten 10W30 keine Probleme haben, und wenn, dann kriegste so nen Verbrauch (bei Neumotoren!) auch mit dickerem Öl nicht weg. Da aber seitens Honda (soweit mir bekannt) noch nichts zur Ursache und/oder Abhilfe kommuniziert wurde, bleibt eine gewisse Unsicherheit.

  • Danke für eure Erfahrungen! Ich werde, sobald das Motorrad beim Händler steht, mal Rücksprache halten, wie es aussieht mit den verschiedenen Viskositäten. Da ich ja sechs Jahre Garantie habe, möchte ich gerade in der Zeit safe sein. Mal schaun, eventuell kriege ich ihn dazu, das er mir das Motul 300V 10W-40 einfüllt. Damit sollte ich eigentlich gut aufgestellt sein, gerade, wenn ich nach der Einfahrphase auch mal etwas mehr Last auf den Motor bringen möchte.

  • Man kann wohl 100%ig davon ausgehen, dass der Motor niemals wegen der "vorgeschriebenen Viskosität" 30, kaputt geht oder Öl verbraucht. Bei dem "neuen" 600er Modell welches ab 2024 bei uns erst wieder raus kam, sind es eher andere Gründe für die Beanstandungen die man bisher so gehört hat. Aber bestimmt hat es nichts mit dem Unterschied, zwischen 30er und 40er Viskosität zu tun.

    Im Allgemeinen habe ich ( fahre schon immer Honda als Hauptmarke ) die Erfahrung gemacht, dass die vorgeschriebenen Flüssigkeiten und Viskositäten die Honda empfiehlt ,, eigentlich immer als richtig herausgestellt hat. Oder es war so, dass es dem Motor egal ist, ob dünnes oder dickes Öl. Hauptsache jährlicher Wechsel.

    Gerade bei Motorrädern kann eine andere Viskosität sich "negativ" auswirken auf die Schaltvorgänge, oder Kupplung, in kaltem Zustand oder in sehr heißem wenn man im Sommer z. B 30°+ heizt.

    Und man weis halt nicht,, die Leute die Probleme habe mit dem Motor,, wie werden die Motoren behandelt?

    Heutzutage sagt der Kumpel,, " ey zeig mal sound bro " und der Fahrer macht den Motor an und tut direkt nach dem Start 3-4x nacheinander im Leerlauf in den Begrenzer drehen. Da braucht es einen nicht wundern,, wenn sogar bei einmaligem Verhalten dieser Art,,, der Motor im schlimmsten Fall schon bleibenden "Schaden" nehmen kann.

    Daher,, ich würde bei 10w-30 bleiben. Und von Motul oder Castrol eines nehmen. Wobei sicher auch rein mineralische Öle einer Laufleistung von 50 000Km nicht im Wege stehen.

    Wichtigste Sache,, einigermaßen warm fahren und jährlich wechseln. Dann hält gerade Hondamotoren völlig unproblematisch.

  • Heute mal den Termin beim Freundlichen ausgemacht, da ich ja leider dazu gezwungen werde (wegen der Garantie) zu ihnen zu fahren. Mir wurde gesagt, dass mein Händler gute Erfahrungen mit dem Liqui Moly 10W50 gemacht hat, allerdings das eben wieder zu Problemen mit der Garantie kommen kann, selbst wenn er es einfüllt. Das finde ich zwar etwas kurios, aber sei es mal dahin gestellt.
    Eine Benachrichtigung zum Rückruf habe ich auch schon bekommen, demnach soll bei Ölverbrauch Öl nachgefüllt werden und sollte es zu viel sein, dann wohl ein Austauschmotor kommen. Die weitere Abwicklung ist hier aber noch offen. Grund ist wohl, dass bei hohen Drehzahlen die Motorbremse, welche aufgrund des Unterdrucks dann Öl in den Brennraum zieht.
    Aufgrund der sechsjährigen Garantie bleiben mir eigentlich nur zwei Optionen:

    1. in den saueren Apfel beißen und das 10W30 von Honda einfüllen lassen oder alternativ deren Racingöl mit der Spezifikation 0W30 verwenden (was auch wieder nicht im Service-Buch steht) oder

    2. beim Händler das Liqui Moly 10W50 einfüllen lassen, wobei hier eventuell Garantieprobleme einhergehen könnten.

    Wie gesagt, grade beim harten Trackeinsatz, wo ein Stint im Schnitt 30 Minuten - eine Stunde dauert, kommt mir das einfach zu mager vor. Eventuell gibts ja schon jemanden, der hier mehr sagen kann. Danke!

  • Ich bin das LM Street Race 10W-50 über viele Jahre und km in einer Kawa ZZR 1400 gefahren. Schaltbarkeit und Ölverbrauch waren damit, vor allem im Sommer bei Urlaubsfahrten in den Süden, im Vergleich zu einem teilsynth. 10W-40 in einer anderen Liga.

  • Bei der 1000RR fireblade mit 218 Ps ist auch 10w-30 absolut vorgeschrieben von Honda. Also ich würde bei der Honda Viskosität bleiben, alleine schon wegen der Garantie. Aber von 30er Viskosität auf 50er zu gehen ist enorm. Der Motor ist eventuell nicht dafür ausgelegt auf solch eine Dicke. Im Track Einsatz wäre es "vielleicht" anders, im Hochsommer, wenn die Temperatur so hoch beim Öl wäre, dass ein 50er im perfekten Fließbereich ist.

    Ich weis ja nicht was im Handbuch drin steht,, wenn andere Viskosität in der Tabelle sind und man "klassisch" nach den Umgebungstemperaturen den Viskositätsbereich aus der Tabelle wählen kann, dann geht es ja. Wenn aber nur eine vorgeschrieben ist, muss man davon ausgehen, dass der Motor dementsprechend darauf ausgelegt wurde und bei Motorräder vielleicht "etwas" weniger, auf Grund des Emissions -Flotten-Co² Verbrauches.

    Wenn man von 30 auf eine 50er Viskosität geht, ist das enorm. Die Kühlung ist deutlich schlechter, da dickes Öl weniger gut wärme abtransportieren kann und die Volumen- Durchflussgeschwindigkeit niedriger ist,,, zum zweiten Punkt, kommt mehr Hitze auf, weil das Öl selbst einen höheren Widerstand hat im System. So lange man sich mit einem 50er Öl quasi nie über 120° Grad ÖlTemperatur kommt,, macht das Öl einfach wenig Sinn,,,, . Schaltbarkeit auf Grund vom Schaltautomat spielt sozusagen kaum noch eine Rolle,, und Kupplung bei dem neuen Motorrad,, scheint es da auch kein Sinn zu machen.

  • Ich habe mich mit dem Händler geeinigt, dass ich das Motul 300V Factory Line in der Viskosität 10W30 einfüllen darf. Die Werksgarantie bleibt somit auf jeden Fall vorhanden. Das habe ich auch schriftlich so von Motul, da ihre Öle die geforderten Normen übertreffen. Das einzige, worum ich mir jetzt Sorgen machen muss, ist die Anschlussgarantie von Honda um nochmals vier Jahre. Naja, aber das ist wohl ein anderes Thema, was hier nicht hinein passt.

  • Falls es dich beruhigt,

    Ich fahr in meiner 23er Fireblade, in der auch nur ein 0w30 oder 10w30 vorgeschrieben ist, auch aktuell das Motul 300v 10w30 und läuft nicht schlechter als das davor benutzte Ravenol Racing 4T 10w40. Grund warum ich wieder auf eine 30er Visko zurück gewechselt habe ist wie Jam auch erwähnte die Kühlung. Keiner von uns weiss was der Herrsteller wie und warum Konstruiert hat im Motor wie Ölspritzdüsen, kolbenbodenkühlung, lagerspiele etc. Und darum ausschließlich nurnoch eine 30er Visko vorgibt.

    in der WSBK oder 8h von Suzuka wird die Fireblade auch mit einem 30er öl betrieben. Ich denke wenn der Motor dort hält dann hält der bei uns auch :check:


    Und falls du doch auf die Rennstrecke fahren solltest kannst du ja immernoch mit einem etwas 40er andicken.


    Gruß

  • Danke, ich habe gestern nochmals Rücksprache mit Motul gehalten, sie haben mir die aktuelle Fassung (Stand 01.03.2026) aller Öle, welche die Jaso MA & MA2 erfüllen, geschickt. Dort geht auch ganz explizit das Motul 300V Factory Line Road Racing 10W-30 hervor. Auch wurde mir versichert, dass es die Standards der API SP übertrifft und somit bedenkenlos in das Fahrzeug eingefüllt werden darf.

    Mein Händler hatte mir außerdem erzählt, dass wohl ein Kunde von ihm einen Motorschaden aufgrund des Motuls hatte. Dieser besagte Kunde habe wohl beim Nachfüllen irgendein anderes Öl verwendet. Beim Ablassen soll es dann wie eine zähflüssiger Faden aus den Motor gekommen sein. Antwort Seitens Motul, Zitat:
    "Das Phänomen der „fädenziehenden“ Konsistenz, das Ihr Händler beschreibt, ist bei fachgerechter Anwendung von Motul 300V technisch nicht auf das Öl selbst zurückzuführen. Ursachen für Vergelung sind eine drastische Viskositätsänderung (Polymerisation oder Schlammbildung) tritt meist durch extreme Fremdstoffeinträge auf. Dazu gehören massiver Kühlmitteleintritt (Emulsionsbildung), die Vermischung mit völlig inkompatiblen Fremdadditiven oder eine extreme Überziehung der Wechselintervalle unter Rennstreckenbedingungen. Die im 300V verwendeten Ester sind chemisch extrem stabil. Sie besitzen eine natürliche Affinität zu Metalloberflächen (Polarität), was einen stabilen Schmierfilm garantiert. Dass ein modernes, vollsynthetisches Racing-Öl bei 6.000 km Intervallen von sich aus "vergelten" würde, ist physikalisch nahezu ausgeschlossen."

    In wie weit die Geschichte meiner Werkstatt nun der Wahrheit entspricht, sei mal dahingestellt. Aber nimmt man ganz Naiv den Fall an, dass wirklich dies wirklich der Wahrheit entspräche, kann man sagen, welche Additive inkompatibel sind?

  • Ich kann mir nicht vorstellen dass es durch Nachfüllen vom Motul lag. Da lag sicher ein Technischer Defekt vor und selbst da hab ich persönlich noch nie gesehen das ein Öl Fäden zieht.

    Ein Additiv in einem fertigen Motorradöl wird auch nicht inkompatibel sein. Das einzige was mir da einfällt wären reine Molybdän Zusatzadditive in Motoren mit DLC-beschichteten Teilen und das hab ich selbst nur „gelesen“ bei einer S1000RR hier im Forum. Soll wohl so im Handbuch stehen.